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Politik

Warnstreik in Uniklinikum Gießen/Marburg nach Unfallserie abgesagt

Dienstag, 12. März 2013

Gießen – Nach der Massenkarambolage auf der Autobahn in der Wetterau hat die Gewerkschaft Verdi einen für Mittwoch geplanten Warnstreik im Uni-Klinikum Gießen/Marburg abgesagt. Die Nachricht von den vielen Verletzten sei auf der letzten von drei Betriebsversammlungen am Dienstag bekanntgeworden, erklärte der Betriebs­rat. Daraufhin hätten sich alle Pflegekräfte unverzüglich an ihre Arbeitsplätze begeben, um die Betreuung der Verletzten zu sichern. Die Betriebsversammlung wurde abgebrochen.

Die Klinikleitung setzte nach eigenen Angaben einen Notfallplan in Kraft. Bis zum Nachmittag seien in dem Krankenhaus neun teilweise schwer verletzte Patienten behandelt worden. Bei dem ursprünglich für Mittwoch geplanten ganztägigen Warnstreik ging es um den Tarifkonflikt an dem privatisierten Universitätsklinikum Gießen/Marburg. Die Gewerkschaft ver.di wollte damit Druck in den laufenden Gesprächen für die rund 7.000 nichtwissenschaftlichen Beschäftigten aufbauen. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 15. März angesetzt.

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Das Land hatte das Universitätsklinikum in den beiden mittelhessischen Städten im Jahr 2006 an die Rhön Klinikum AG verkauft. Von ihr fordert die Gewerkschaft eine Erhöhung der Entgelttabellen um einen Sockelbetrag in Höhe von 150 Euro sowie eine lineare Tarifsteigerung um 4,0 Prozent rückwirkend ab 1. Januar bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Angeboten habe der Arbeitgeber aber nur 2,0 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Mit den beiden Monaten ohne Lohnerhöhung entspreche das nur 1,4 Prozent pro Jahr und sei bei weitem noch nicht einigungsfähig, sagte Verdi-Verhandlungsführer Georg Schulze-Ziehaus. © dapd/aerzteblatt.de

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Avatar #93878
stapff
am Dienstag, 12. März 2013, 19:54

Das ist ja wohl selbstverständlich...

und sollte eigentlich keine Meldung wert sein, daß die Patientenversorgung über dem Tarifkonflikt steht.
Ohnehin ist ein Streik als Mittel des Arbeitskampfes ein Relikt aus dem letzten Jahrhundert, als unterdrückte Arbeitnehmer ohne Internet, Fernsehen, Twitter oder Facebook kaum Möglichkeiten hatten auf ihre Situation aufmerksam zu machen.
Heutzutage gibt es viel mehr Möglichkeiten. Da müssen sich die Damen und Herren Gewerkschafter halt etwas besseres einfallen lassen als einfach nicht zur Arbeit zu erscheinen. Es ist einfach nicht mehr akzeptabel, unbeteiligte Dritte (Patienten, Reisende, Fahrgäste) darunter leiden zu lassen, wenn man mit seinem Arbeitgeber nicht zurecht kommt. Ich nenne das Geiselnahme. Und wenn dies dann auch noch die notwendige Infrastruktur eines modernen Industriestaates schädigt (Krankenversorgung, Nahverkehr, Flugverkehr) dann ist es sogar ein terroristischer Akt.
LNS
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