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Medizin

Inegy: Studie zu umstrittener Lipidsenker-Kom­bination wird fortgesetzt

Mittwoch, 13. März 2013

Whitehouse Station – Nachdem eine Zwischenauswertung offenbar keine Hinweise auf ein Sicherheitsrisiko entdeckt hat, will der US-Hersteller Merck (In Deutschland MSD) den IMPROVE-IT-Trial, eine Mega-Studie zu der umstrittenen Lipidsenker-Kombination Vytorin (in Deutschland Inegy), fortsetzen.

Vytorin/Inegy kombiniert den HMG-CoA-Reduktasehemmer Simvastatin, der die Choles­terinsynthese in der Leber hemmt, mit Ezetimib, das die Resorption von Cholesterin aus dem Dünndarm vermindert. Das Ergebnis der von den komplementären Wirkungs­mechanismen durchaus sinnvollen Kombination ist eine verstärkte Senkung des LDL-Cholesterins im Blut.

Sie hat in der ENHANCE-Studie jedoch bei Patienten mit familiärer Hypercholesterinämie nicht die erhoffte Wirkung erzielt. Im primären Endpunkt, der Zunahme der Media-Intima-Dicke an der Karotis kam es sogar zu einer tendenziellen Verschlechterung, wie auf der Publikation hervorgeht, die verspätet und erst nach einem Protest von US-Kardiologen erfolgte (NEJM 2008; 358: 1431-43).

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Der Hersteller Merck war dennoch vom Nutzen der Kombinationstherapie überzeugt. Er erhöhte damals die Teilnehmerzahl der IMPROVE-IT-Studie, an der jetzt mehr als 18.000 Patienten teilnehmen. Es handelt sich um Hochrisiko-Patienten, die nach einem koronaren Ereignis (STEMI, Non-STEMI oder instabile Angina) Vytorin/Inegy oder einer Monotherapie mit Simvastatin behandelt wurden.

Primärer Endpunkt der Studie sind ein Tod des Patienten oder weitere kardiovaskuläre Ereignisse. Die Studie soll belegen, dass die günstige Wirkung auf den LDL-Cholesterinwert am Ende doch einen klinisch relevanten Nutzen für den Patienten hat. Die Studie soll im September 2014 abgeschlossen sein.

Dass das Data Safety Monitoring Board jetzt grünes Licht für die Fortsetzung der Studie gegeben hat, spricht zumindest dafür, dass das Medikament in der Anwendung sicher ist. In einer weiteren „Negativ-Studie“, dem SEAS-Trial – wo Vytorin die Prognose von Patienten mit Aortenstenose nicht verbessern konnte – war es überraschenderweise zu einem Anstieg der Krebsrate gekommen (NEJM 2008; 359:1343-1356). Die FDA hält in der Gesamtschau der klinischen Erfahrung eine krebsauslösende Wirkung jedoch für unwahrscheinlich. © rme/aerzteblatt.de

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