NewsHochschulenGemeinsamkeiten neurologischer Erkrankungen im Fokus
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Gemeinsamkeiten neurologischer Erkrankungen im Fokus

Donnerstag, 14. März 2013

München – Ihren neuen Exzellenzcluster SyNergy – Munich Cluster for Systems Neurology hat die Ludwig-Maximilians-Universität München vorgestellt. Gemeinsame Mechanismen neurologischer Krankheiten gemeinsam zu erforschen, ist die Strategie des neuen Verbundes. Mehrere Dutzend Wissenschaftler analysieren in dem Exzellenzcluster, wie degenerative, entzündliche und vaskuläre pathologische Prozesse bei neurologischen Leiden ineinandergreifen.

Von diesem Ansatz versprechen sich die Forscher große Erkenntnisfortschritte. „Bislang wurden die Krankheiten weitgehend kleinteilig als degenerative, entzündliche oder vaskuläre Leiden untersucht“, sagte der SyNergy-Sprecher Christian Haass. Er selbst habe zum Beispiel vorwiegend als Alzheimer-Forscher gearbeitet und sich darauf „absolut konzentriert“, sagte er.

Dabei habe er ausgeblendet, dass jeder Alzheimer-Patient im Gehirn auch eine Entzündung habe. „Aber irgendwann, wenn man in dem gewählten Ausschnitt die Mechanismen im Detail verstanden hat, sollte man den Blickwinkel wieder öffnen“, so Haass.

Anzeige

So zeigt eine Arbeit, die Haass und seine Mitarbeiter gerade veröffentlicht haben (doi doi:10.1073/pnas.1218311110), dass der Ausfall ein- und desselben Proteins offenbar eine Schlüsselrolle bei der Frontotemporalen Demenz (FTD) und der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) spielt. Außerdem führt der Defekt zu schweren Durch­blutungsstörungen und Missbildungen der Gefäße. Darauf deuten zumindest Experimente an Zebrafischen hin.

In einem neuen Projekt wollen Forscher und Kliniker, die bei SyNergy mitarbeiten, nun prüfen, ob und gegebenenfalls wie sich bei ALS-Patienten Probleme mit der Durch­blutung des Gehirns zeigen. An dem Cluster beteiligen sich neben der LMU als Sprecheruniversität die Technische Universität München, das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), das Helmholtz Zentrum München sowie die Max-Planck-Institute für Biochemie, Neurobiologie und Psychiatrie. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

30. Juni 2020
Minneapolis – Die Tiefe Hirnstimulation ist bei Parkinsonpatienten etabliert – Studien dazu haben aber laut der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) das Verfahren bislang immer mit der
Parkinson-Patienten profitieren von Tiefer Hirnstimulation
18. Juni 2020
London – Sind Menschen von einer Entscheidung in hohem Maße überzeugt, nehmen sie Informationen auf, die ihre Entscheidung bestätigen, verarbeiten aber keine Informationen, die ihr widersprechen. Das
Neurone Prozesse verstärken gewonnene Überzeugungen
11. Juni 2020
Leipzig – Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI CBS) haben die Hirnbereiche identifiziert, in denen beim Menschen die sogenannten exekutiven Funktionen
Wo im Gehirn die exekutiven Funktionen ablaufen
10. Juni 2020
Alberta – Moderates aerobes Training kann bei älteren Erwachsenen bereits nach 6 Monaten die Hirnleistung verbessern. Das berichten Wissenschaftler um Marc Poulin von der Cumming School of Medicine an
Neue Belege für den Nutzen körperlicher Aktivität auf die Hirnleistung
4. Juni 2020
Berlin/Würzburg – Mögliche Angriffspunkte für eine Neuromodulation bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen wollen Wissenschaftler eines neuen überregionalen Sonderforschungsbereiches
Wissenschaftler untersuchen Neuromodulation bei neurologischen Erkrankungen
2. Juni 2020
Leipzig – Mit dem Herzzyklus verändert sich auch die Hirnaktivität – Herz und unser Gehirn kommunizieren also ständig miteinander. Wie dies genauer funktioniert, berichten Wissenschaftler des
Wie Herz und Gehirn miteinander kommunizieren
20. Mai 2020
Leipzig – Das sogenannte Sprachnetzwerk im Gehirn ist evolutionär offenbar deutlich älter als bislang angenommen. Das berichten Wissenschaftler der Universität Newcastle und des Max-Planck-Instituts
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER