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Politik

NRW: Elektronisch unterstütztes Einweisungs- und Entlassmanagement geplant

Freitag, 15. März 2013

Düsseldorf – In Nordrhein-Westfalen will man das Krankenhaus-Einweisungs- und -Entlassmanagement optimieren und künftig auch als einheitliches elektronisches Verfahren landesweit auf den Weg bringen. „Der Patient ist derzeit bei seinem Weg durch das Gesundheitssystem völlig allein und unbegleitet“, kritisierte Peter Potthoff, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNo), bei einer Informationsveranstaltung im Haus der Ärzteschaft in Düsseldorf. Ziel ist daher ein elektronisch unterstütztes Überleitungsverfahren, um den Informationsfluss  zwischen ambulantem und stationärem Sektor zu verbessern.

Es sei unfassbar, wie defizitär das Gesundheitssystem hinsichtlich Kommunikation und Austausch sei, erklärte die nordrhein-westfälische Ge­sund­heits­mi­nis­terin Barbara Steffens (Grüne). In keinem anderen System gebe es so wenige Informationen wie bei der Überleitung von der ambulanten zur stationären Versorgung.  „Was wir brauchen, ist eine sektorenübergreifende Versorgung, die vom Menschen her denkt.“ Im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten gebe es den Anspruch auf ein Versorgungsmanagement zwar heute schon. „Dies ist aber nur ein theoretischer Anspruch, der inhaltlich nicht immer gewährleistet ist“, sagte die Ministerin.

Gemeinsam mit den Kostenträgern und der Krankenhausgesellschaft habe man in einem ersten Schritt eine inhaltliche Übereinkunft über die entsprechenden Begleitpapiere für den Patienten erzielt, berichtete Potthoff.  Die Grundlagen für das Überleitungskonzept wurden von einer Arbeitsgruppe im gemeinsamen Landesgremium nach § 90a Sozial­gesetzbuch V erarbeitet. Das Gremium kann Empfehlungen zu sektorenübergreifenden Versorgungsfragen abgeben.

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Zunächst wird das elektronisch gestützte Überleitungsverfahren im Raum Düren getestet. Dort hat man bereits seit drei Jahren Erfahrungen mit dem elektronischen Arztbrief gesammelt. Inzwischen wurden circa 20.000 Briefe elektronisch zwischen niedergelassenen Ärzten sowie zwischen niedergelassenen und Krankenhausärzten über die Kommunikationsplattform D2D ausgetauscht.

Elektronischer Arztbrief: Im Praxisalltag angekommen

Im Landkreis Düren erproben 230 niedergelassene und Krankenhausärzte erfolgreich den elektronischen Arztbrief mit qualifizierter elektronischer Signatur. Wie sieht der typische Datenaustausch in den Arztpraxen aus? 

„Das Überleitungsmanagement ist nur eine besondere Form des elektronischen Arztbriefes“, erläuterte Gilbert Mohr, Leiter der Stabstelle IT in der Arztpraxis bei der KVNo. Befunde und weitere begleitende Unterlagen lassen sich über Platzhalter in den ärztlichen Kurzbericht einfügen. Der Brief wird als signiertes PDF/A-Dokument sowie als strukturiertes XML-Dokument im VHitG-Standard übermittelt.

„Mit der Stapelsignatur lassen sich bis zu 60 Arztbriefe mit einer sechsstelligen PIN unterschreiben“, meinte Mohr. In einer Live-Vorführung wurde das Überleitungsverfahren mit dem Praxissystem Duria und dem Krankenhausinformationssystem iMedOne demonstriert.

Noch im Sommer sollen erste Ergebnisse aus Düren vorliegen. Anschließend soll das Konzept in zwei größeren Modellregionen – Remscheid und Siegen – erprobt und evaluiert werden.  „Wir wollen ein verbindliches landesweites, einigermaßen unbüro­kratisches System“, sagte Günter van Aalst von der Landesvertretung NRW der Techniker Krankenkasse. Funktioniere die Lösung, könnte dies möglicherweise auch „ ausstrahlende Wirkung auf andere Länder“ haben, so van Aalst, © KBr/aerzteblatt.de

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Avatar #95536
screamner
am Freitag, 15. März 2013, 21:28

Der Patient

kommt dann wohl gar nicht mehr an die Briefe. Warum wird der Patient bei solchen Dingen immer übergangen?
LNS

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