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Hilfsorganisation warnt vor multiresistenter Tuberkulose

Dienstag, 19. März 2013

Berlin – Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat anlässlich des Welt-Tuber­kulose-Tages am kommenden Sonntag gefordert, den Kampf gegen multiresistente Tuberkulose (MDR-TB) zu intensivieren.

Ärzte ohne Grenzen behandelt seit 2001 MDR-TB-Patienten. Im Jahr 2011 waren es 1.300 Erkrankte in 21 Ländern. Die Welt­gesund­heits­organi­sation schätzt, dass es 2011 weltweit 630.000 Fälle von MDR-TB gab. Eine Medikamentenresistenz sei dabei nicht nur bei Patienten festzustellen, die früher erfolglos gegen TB behandelt wurden, sondern auch bei neu diagnostizierten Personen.

„Ohne Behandlung verläuft MDR-TB tödlich. Doch auch die derzeitige Behandlung bedeutet für die Patienten zwei Jahre voll quälender Nebenwirkungen, wie etwa Psychosen, Taubheit und ständige Übelkeit“, hieß es aus der Hilfsorganisation. Darüber hinaus erhielten sie bis zu acht Monate lang täglich Injektionen. Nur rund die Hälfte der Patienten werde geheilt.

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Mit den Wirkstoffen „Bedaquilin“ und „Delamanid“ gebe es aber nun zwei neue Medikamente, die zugelassen wurden beziehungsweise kurz vor der Zulassung stünden. „Doch ausgerechnet jetzt, da sich neue Möglichkeiten der TB-Behandlung abzeichnen, gibt es einen gegenläufigen Trend“, warnte Oliver Moldenhauer, Koordinator der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland.

Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria, der bislang etwa 90 Prozent der internationalen Mittel im Kampf gegen TB stellte, habe den Anteil für TB kürzlich verringert. Dieses Jahr findet eine wichtige Finanzierungskonferenz des Fonds statt. „Die Geber, zum Beispiel Deutschland, müssen ihn dort endlich mit ausreichend Mitteln ausstatten, so dass auch für den Kampf gegen MDR-TB mehr Geld zur Verfügung steht. Der bisherige Beitrag der Bundesregierung ist nicht ausreichend“, so Moldenhauer.  © hil/aerzteblatt.de

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