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Medizin

Wie Darmentzündung Darmkrebs begünstigt

Dienstag, 19. März 2013

Erlangen – Bestimmte Bindegewebszellen, sogenannte Tumorfibroblasten, sind ein wichtiges Brückenglied zwischen Darmentzündung und Darmkrebs. Sie fördern in entzündlicher Umgebung die Produktion und Freisetzung eines Schlüsseleiweißes und Wachstumsfaktors namens Epiregulin, welches das Darmkrebswachstum aktiv beschleu­nigen kann. Das berichtet ein internationales Forscherteam um Clemens Neufert von der Medizinischen Klinik 1 – Gastroenterologie, Pneumologie und Endokrinologie des Universitätsklinikums Erlangen im Journal of Clinical Investigation (doi:10.1172/JCI63748).

„Ausgangspunkt unserer Arbeit waren umfangreiche Tumorgewebe-Analysen, bei denen die Aktivität sämtlicher Gene in verschiedenen Typen von Dickdarmtumoren automa­tisiert untersucht wurde“, berichtet das Erlanger Team. Dies führte zunächst zu einer langen Liste an potenziell interessanten Kandidatengenen.

„Im Verlauf mehrten sich die Hinweise auf eine wichtige Rolle von Epiregulin für das Darmkrebswachstum“, erläutert Neufert. Diese neuen Erkenntnisse überraschten die Forscher, da bis dahin nur bekannt war, dass ein Fehlen von Epiregulin Entzün­dungsreaktionen im Darm verschlechtert. Daher erwarteten die Wissenschaftler, dass eine erhöhte Produktion von Epiregulin das Tumorwachstum eher hemmt als fördert.

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Durch die Kooperation der Erlanger Darm-Forscher mit Wissenschaftlern in Bayreuth, Mainz, München und North Carolina (USA) gelang es nach mehrjähriger Arbeit, die funktionelle Bedeutung von Epiregulin für die entzündungsabhängige Tumorentwicklung herauszuarbeiten: Die Forscher entdeckten einen molekularen Mechanismus zwischen Darmentzündungen und entzündungsabhängigem Darmkrebswachstum.

„Unsere Laborergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass Epiregulin eine Doppelrolle spielt. Einerseits unterstützt es die gute Wundheilung im Darm bei geschwürigen Entzündungsreaktionen, andererseits fördert es das Wachstum von Darmkrebs“, der Direktor der Medizinischen Klinik 1, Markus Neurath.

Zudem gelang es den Forschern, den entscheidenden Zelltyp zu identifizieren, der für die Produktion von Epiregulin verantwortlich ist: Hierbei handelt es sich um Bindegewebszellen, sogenannte Tumorfibroblasten. Diese sind in entzündlichem Milieu in der Lage, große Mengen von Epiregulin zu produzieren und andere Zellen zur Produktion des Wachstumsfaktors anzuregen. © hil/aerzteblatt.de

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