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Medizin

Was Tumorzellen unsterblich macht

Dienstag, 19. März 2013

dpa

Durham – Ein spezielles Promotorgen für Telomerasen scheint eine wichtige Rolle in der Pathogenese und Überleben einiger Tumorarten zu spielen. Zu diesem Ergebnis kommt die Forschungsgruppe um Hai Yan am Duke's Preston Robert Tisch Brain Tumor Center. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher in den Proceedings of the National Academy of Sciences.

Chromosomen der meisten menschlichen Zellen werden nach mehreren Zellteilungen immer kürzer, daher ist ihr Überleben zeitlich limitiert. Im Zentrum der Untersuchung stand das sogenannte TERT-Promotergen. Das untersuchte Gen fungiert als Aktivator für ein Telomerase-Gen.

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Telomerasen sind spezielle Enzyme, welche dem Chromoso­menabbau entgegen wirken. Durch ihre schützende Funktion machen sie die Zellen theoretisch unsterblich. In mehrzelligen Organismen sind Telomerasen jedoch nur in Keim-, Stamm- und einigen Immunzellen aktiv. Da das TERT-Gen in allen Körperzellen vorhanden ist, können Tumorzellen durch Aktivierung des Gens einen entscheidenden Überlebensvorteil erringen.

Aus Studien anderer Forschungsgruppen wussten die Wissenschaftler, dass in Zellen des malignen Melanoms und einigen anderen Tumoren das Gen ebenfalls aktiviert sein kann. Sie weiteten ihre Untersuchungen auf 1.200 Tumore von 60 weiteren Krebsarten aus. Die Wissenschaftler stellten fest, dass neun verschiedene Tumortypen durch eine besonders häufige Aktivierung des TERT-Promotergens imponierten. Dazu zählten beispielsweise Leberzellkarzinome, Liposarkome und maligne Melanome. Häufige Tumore wie Brust- und Prostatakarzinome wiesen die spezielle Mutation trotz verstärkter Telomeraseaktivität aber nicht auf.

Eine weitere Erkenntnis der Wissenschaftler: Die TERT-Promotergenmutation fand sich in 83 Prozent der primären Glioblastome und ist somit die häufigste Mutation dieses Tumortyps. Dies gehört laut der Forschungsgruppe zu den bemerkenswertesten und wichtigsten Beobachtung ihrer Studie.

In einigen der nachgewiesenen Tumorarten könnte sich die Mutation als wertvoller Biomarker erweisen. Die maligne entarteten Zellen haben gemeinsam, dass sie im gesunden Zustand typischerweise eine niedrige Teilungsrate haben. Diese Gemein­samkeit legt laut den Wissenschaftlern nahe, dass die TERT-Mutation eine wichtige Rolle in der malignen Transformation spielt. Dies macht das TERT-Promotorgen für die Forscher auch in therapeutischer Hinsicht interessant. © hil/aerzteblatt.de

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