Politik

Sachsen: Verbände mahnen Ausbau der Pflegebranche an

Dienstag, 19. März 2013

Dresden – Sachsen muss sich nach Einschätzung der Wohlfahrtsverbände stärker auf die großen Herausforderungen des demografischen Wandels einstellen. Im Jahr 2025 werden mehr als 30 Prozent der Sachsen 65 Jahre und älter sein, wie die Liga der Freien Wohlfahrtspflege heute mitteilte. Ältere prägten künftig das Stadtbild mehr denn je. Mit höherem Durchschnittsalter steige auch die Pflegebedürftigkeit.

Liga-Chef Rüdiger Unger sprach bei der Vorlage des Wohlfahrtsberichts 2012 von einer unvorstellbaren Verschiebung der Gesellschaftsstruktur. Die Entwicklung führe zu einem wachsenden Bedarf von Arbeitskräften in sozialen Berufen und verlange mehr soziales Engagement. Liga-Angaben zufolge werden in Sachsen bis 2030 mehr als 30.000 Pflegekräfte zusätzlich benötigt. Zudem stiegen die Anforderungen. Eine Heimunterbringung ohne jegliche Privatsphäre entspreche nicht mehr den Wunschvorstellungen der Älteren, sagte Unger.

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Unger plädierte für eine stärkere Förderung von sozialen Berufen. Er halte die einseitige Fokussierung auf technische Berufe für falsch. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren gebe es kaum noch Abiturienten in der Ausbildung für einen Sozialberuf. So sollten verstärkt Mittelschüler für den qualifizierten Einstieg in einen Sozialberuf gewonnen werden. Auch junge Menschen ohne Schulabschluss sollten Chancen zur Qualifikation für einen Pflegehilfsberuf erhalten.

Zur künftigen Finanzierung der Betreuung älterer Menschen wird Unger zufolge die Pflegeversicherung allein nicht ausreichen. Es seien zusätzliche Steuermittel und auch mehr Eigenvorsorge von jenen notwendig, die es sich leisten können. Zudem müsse der Anteil der Menschen steigen, die zu Hause betreut werden. Der Unterbringung in Heimen seien Grenzen gesetzt. Viele wünschten das auch nicht und wollten lieber in ihrem heimischen Milieu gepflegt werden.

Zur Liga der Wohlfahrtsverbände gehören unter anderem die Arbeiterwohlfahrt, das Deutsche Rote Kreuz, der Paritätische Wohlfahrtsverband und die Diakonie. Rund 80.000 Fach- und Hilfskräfte arbeiten sachsenweit in der freien Wohlfahrtspflege. © dapd/aerzteblatt.de

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