Ausland

US-Bischöfe ziehen weiter gegen Gesundheitsreform zu Felde

Donnerstag, 21. März 2013

Washington – Die US-amerikanischen Bischöfe haben die Bestimmungen zur Familien­planung im Rahmen der Gesundheitsreform erneut beanstandet und juristische Maßnahmen angekündigt. Auch in der revidierten Form stellten die Vorgaben eine „beispiellose Verletzung der Religionsfreiheit durch die Regierung“ dar und müssten geändert werden, erklärte der Ständige Rat der US-Bischofskonferenz gestern Abend in Washington. Die kritisierte Verordnung sieht vor, dass Beschäftigte unentgeltlich Leistungen wie Empfängnisverhütungsmittel, Sterilisierungen und entsprechende Beratungen erhalten müssen. Für entsprechende Krankenver­sicherungen sollen Arbeitgeber aufkommen.

Die Bischöfe bemängeln, nach wie vor gebe es keine Ausnahme- oder Kulanzregelung für individuelle oder institutionelle Arbeitgeber, die moralische Einwände gegen Empfängnisverhütung hätten. Auch eine nachgebesserte Definition von „religiösen Arbeitgebern“, die von der Verpflichtung befreit sein sollen, schließe ein breites Spektrum von „unleugbar religiösen“ Anstellern aus. Dazu zählten viele gemeinnützige Organisationen, so die Bischofskonferenz.

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Auch die von der Regierung vorgeschlagene Kulanzlösung für Einrichtungen und Betriebe, die nicht im engeren Sinn religiös seien, nötige die betreffenden Arbeitgeber zu einer „Finanzierung oder anderweitigen Ermöglichung des moralisch verwerflichen Versicherungsschutzes“. Bei den kritisierten „Vorsorgeleistungen“ gehe es außerdem nicht um eine Vorsorge gegen Erkrankungen, erklärten die Bischöfe.

Die katholische Kirche sei weiterhin bereit, gemeinsam mit der Regierung eine „gerechte und gesetzliche“ Regelung zu erarbeiten. Unterdessen suche man mit anderen religiösen Organisationen „eine Lösung dieser Fragen im Kongress und in den Gerichten“, hieß es in der Stellungnahme. © kna/aerzteblatt.de

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dr.med.thomas.g.schaetzler
am Freitag, 22. März 2013, 17:49

US-Bischöfe gegen Obamas Gesundheitsreform

US-amerikanische Bischöfe der römisch-katholischen Kirche haben wohl nicht begriffen, dass die US-Gesundheitsreform n i c h t für sie, sondern für die Menschen in den USA gemacht wird. Dort gibt es eine Bürgerversicherungsquote bei Krankheiten, Gesundheitsstörungen und Prävention von nur 30,8 %. Es gibt 53,2 % Privatversicherte und 16 % völlig u n v e r s i c h e r t e Bevölkerungsgruppen. Zum Vergleich: In Deutschland sind 89,1 % der Bevölkerung in der Bürgerversicherung GKV gesetzlich krankenversichert. Der Anteil der privat Krankenversicherten liegt hierzulande bei 10,9 % (Stand 2010). Quelle: Wissenschaftliches Institut der Privaten Krankenversicherer (WIP)
http://www.wip-pkv.de/uploads/tx_nppresscenter/Rationierung_und_Versorgungsunterschiede_in_Gesundheitssystemen.pdf

Eher unwahrscheinlich, dass differenzierte Leistungen zur Familienplanung von katholischen Bischöfen, Amtsträgern und Amtsbrüdern in Anspruch genommen werden müssen. Es sei denn, man hat mit eventuellen Folgen sexueller Übergriffe und Missbrauchstaten zu tun. Ansonsten ist es äußerst befremdlich, dass in Deutschland z. B. die "Pille danach" nach Vergewaltigungen von derselben Amtskirche gebilligt und zugleich in den USA bei sexueller, kontrazeptiver und reproduktiver Selbstbestimmung Dritter Amok gelaufen wird.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Doc.WS
am Freitag, 22. März 2013, 11:46

Gesundheitsreform USA

Ich kann es kaum glauben !

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