Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

US-Bischöfe ziehen weiter gegen Gesundheitsreform zu Felde

Donnerstag, 21. März 2013

Washington – Die US-amerikanischen Bischöfe haben die Bestimmungen zur Familien­planung im Rahmen der Gesundheitsreform erneut beanstandet und juristische Maßnahmen angekündigt. Auch in der revidierten Form stellten die Vorgaben eine „beispiellose Verletzung der Religionsfreiheit durch die Regierung“ dar und müssten geändert werden, erklärte der Ständige Rat der US-Bischofskonferenz gestern Abend in Washington. Die kritisierte Verordnung sieht vor, dass Beschäftigte unentgeltlich Leistungen wie Empfängnisverhütungsmittel, Sterilisierungen und entsprechende Beratungen erhalten müssen. Für entsprechende Krankenver­sicherungen sollen Arbeitgeber aufkommen.

Die Bischöfe bemängeln, nach wie vor gebe es keine Ausnahme- oder Kulanzregelung für individuelle oder institutionelle Arbeitgeber, die moralische Einwände gegen Empfängnisverhütung hätten. Auch eine nachgebesserte Definition von „religiösen Arbeitgebern“, die von der Verpflichtung befreit sein sollen, schließe ein breites Spektrum von „unleugbar religiösen“ Anstellern aus. Dazu zählten viele gemeinnützige Organisationen, so die Bischofskonferenz.

Auch die von der Regierung vorgeschlagene Kulanzlösung für Einrichtungen und Betriebe, die nicht im engeren Sinn religiös seien, nötige die betreffenden Arbeitgeber zu einer „Finanzierung oder anderweitigen Ermöglichung des moralisch verwerflichen Versicherungsschutzes“. Bei den kritisierten „Vorsorgeleistungen“ gehe es außerdem nicht um eine Vorsorge gegen Erkrankungen, erklärten die Bischöfe.

Die katholische Kirche sei weiterhin bereit, gemeinsam mit der Regierung eine „gerechte und gesetzliche“ Regelung zu erarbeiten. Unterdessen suche man mit anderen religiösen Organisationen „eine Lösung dieser Fragen im Kongress und in den Gerichten“, hieß es in der Stellungnahme. © kna/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

dr.med.thomas.g.schaetzler
am Freitag, 22. März 2013, 17:49

US-Bischöfe gegen Obamas Gesundheitsreform

US-amerikanische Bischöfe der römisch-katholischen Kirche haben wohl nicht begriffen, dass die US-Gesundheitsreform n i c h t für sie, sondern für die Menschen in den USA gemacht wird. Dort gibt es eine Bürgerversicherungsquote bei Krankheiten, Gesundheitsstörungen und Prävention von nur 30,8 %. Es gibt 53,2 % Privatversicherte und 16 % völlig u n v e r s i c h e r t e Bevölkerungsgruppen. Zum Vergleich: In Deutschland sind 89,1 % der Bevölkerung in der Bürgerversicherung GKV gesetzlich krankenversichert. Der Anteil der privat Krankenversicherten liegt hierzulande bei 10,9 % (Stand 2010). Quelle: Wissenschaftliches Institut der Privaten Krankenversicherer (WIP)
http://www.wip-pkv.de/uploads/tx_nppresscenter/Rationierung_und_Versorgungsunterschiede_in_Gesundheitssystemen.pdf

Eher unwahrscheinlich, dass differenzierte Leistungen zur Familienplanung von katholischen Bischöfen, Amtsträgern und Amtsbrüdern in Anspruch genommen werden müssen. Es sei denn, man hat mit eventuellen Folgen sexueller Übergriffe und Missbrauchstaten zu tun. Ansonsten ist es äußerst befremdlich, dass in Deutschland z. B. die "Pille danach" nach Vergewaltigungen von derselben Amtskirche gebilligt und zugleich in den USA bei sexueller, kontrazeptiver und reproduktiver Selbstbestimmung Dritter Amok gelaufen wird.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Doc.WS
am Freitag, 22. März 2013, 11:46

Gesundheitsreform USA

Ich kann es kaum glauben !

Nachrichten zum Thema

23.05.17
US-Regierung plant Kürzungen bei Sozialleistungen
Washington – Die Regierung von US-Präsident Donald Trump peilt binnen zehn Jahren einen ausgeglichenen Haushalt an und will dies vor allem mit Kürzungen bei den Sozialleistungen erreichen. Wie aus dem......
22.05.17
Washington – US-Präsident Donald Trump plant Medienberichten zufolge drastische Einschnitte bei der Krankenversicherung für Arme. Der Haushaltsentwurf der US-Regierung sehe Einsparungen beim......
17.05.17
Sind Patienten bei jüngeren Ärzten in besseren Händen?
Boston – Trotz langjähriger Erfahrung sind ältere Ärzte ihren jungen Kollegen gegenüber nicht automatisch im Vorteil. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein: In den USA überleben Patienten im......
15.05.17
Wohngegend beeinflusst den Blutdruck
Chicago – Der Umzug aus einem rein von Afroamerikanern bewohnten Stadtteil in eine durchmischte Wohngehend war in einer Studie in JAMA Internal Medicine (2017; doi: 10.1001/jamainternmed.2017.1226)......
09.05.17
USA: Steigende Unterschiede in der Lebenserwartung
Seattle – Die durchschnittliche Lebenserwartung der US-Amerikaner ist seit Anfang der 1980er-Jahre um mehr als fünf Jahre gestiegen. Doch nicht überall leben die Menschen länger. In 13......
04.05.17
Gesundheitsreform: Trump feiert Teilsieg bei „Obamacare“
Washington – Nach wochenlangem Ringen haben US-Präsident Donald Trump und die Republikaner einen Etappensieg bei der Abschaffung von „Obamacare“ errungen. Das US-Repräsentantenhaus stimmte für einen......
03.05.17
Afroamerikaner sterben im Schnitt vier Jahre früher als weiße US-Bürger
Miami – Zwar ist bei Afroamerikanern die Todesrate seit 1999 um 25 Prozent rückläufig. Im Vergleich zu ihren weißen Mitbürgern haben sie dennoch weiterhin deutliche Nachteile. Ihre Lebenserwartung ist......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige