Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Krankenhäuser tun sich schwer mit der Versorgung dementer Patienten

Freitag, 22. März 2013

Saarbrücken – Der Ausbau demenzfreundlicher Kliniken in Deutschland stockt. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso-Institut) im Auftrag der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. Grund sei ein Geflecht unterschiedlichster Barrieren, so die Autoren.

Laut iso-Institut behandeln Krankenhäuser immer häufiger Patienten, die neben ihrer Hauptdiagnose an Demenz erkrankt sind. Bereits heute seien mindestens zwölf Prozent der Patienten demenzkrank, Tendenz steigend. Dennoch könne sich das „System Krankenhaus“ mit seinen strikten Abläufen und Routinen kaum auf diese Patienten­gruppe und ihre besonderen Bedürfnisse einstellen – mit häufig fatalen Folgen für die Betroffenen und ihre Angehörigen.

Dem Institut zufolge spielen dabei sowohl die politischen und sozialrechtlichen Rahmen­bedingungen, die Organisationsstrategien der Kliniken als auch die subjektive Haltung der Ärzte und Pflegekräfte eine Rolle.

Konsequente Wissensvermittlung notwendig
Um das Bewusstsein über Demenzerkrankungen zu schärfen, Vorurteile abzubauen und eine positive Grundhaltung gegenüber den Kranken herbeizuführen, empfehlen die Studienautoren deshalb eine breite Aufklärungsarbeit und ein konsequenter Wissens­aufbau bei Ärzten und Pflegekräften.

„Die Aufklärung sollte den geriatrischen Patienten in den Mittelpunkt rücken, der für die Kliniken zum Normalfall geworden ist, während die gesunden und complianten Patienten schon längst die Minderzahl ausmachen“ erläuterte Sabine Kirchen-Peters, Sozialwissen­schaftlerin am iso-Institut. Die Informationsarbeit müsse zudem die Relevanz des Delirs verdeutlichen, eine gefährliche Komplikation, von der Demenzkranke während eines Kranken­haus­auf­enthalts häufig betroffen sind.

Diese Problematik werde im Krankenhaus noch völlig unterschätzt, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Deshalb raten die Autoren zu speziellen Fortbildungen, die die Häufigkeit von Delirien, Kriterien zur Erkennung von Delirien, medikamentöse und psychosoziale Interventionsmöglichkeiten sowie die Möglichkeiten der Delirprävention umfassen. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

15.10.17
Frühe Hypertonie erhöht bei Frauen Demenzrisiko im Alter
Oakland – Frauen, die bereits vor der Menopause einen erhöhten Blutdruck haben, entwickeln einer Kohortenstudie in Neurology (2017; doi: 10.1212/WNL.0000000000004602) zufolge im Alter häufiger eine......
05.10.17
Charakter­veränderung kein zwingendes Frühzeichen von Alzheimer
Tallahasse – Veränderungen des Charakters im Erwachsenenalter sollten nicht als das Frühsymptom einer beginnenden Alzheimererkrankung gewertet werden. Zu diesem Schluss kommen Forscher um Antonio......
29.09.17
Aluminiumexposition: Zusammenhang mit Alzheimer-Demenz und Brustkrebs derzeit nicht belegt
Köln – Ein Zusammenhang von Aluminiumbelastung und der Entstehung von Brustkrebs oder Alzheimer-Demenz ist auf der Grundlage der aktuellen Studienlage nicht belegt. Zu diesem Ergebnis kommen Katrin......
25.09.17
Forschungskonsortium untersucht Veränderungen der Blut-Hirn-Schranke bei Alzheimer
Würzburg – Ein neues interdisziplinäre Konsortium namens „HiPSTAR“ („Human iPS Cell-based Blood-Brain Barrier Technology in Alzheimer Research“ – zu Deutsch „Humane iPS-zellbasierte......
21.09.17
Mehr Aufklärung im Umgang mit Demenz notwendig
Berlin – Die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen wächst, doch zu wenige wissen, wie man mit Betroffenen umgehen soll. Nach einer heute veröffentlichten Umfrage im Auftrag des Zentrums für Qualität......
20.09.17
Weltalzheimertag: Nicht jede Demenz ist unheilbar
Berlin – Eine Differentialdiagnose bei Demenz ist immer früher möglich. Dennoch werden die verschiedenen Formen in der Versorgungsrealität häufig nicht unterschieden, warnte Michael Rapp, Präsident......
20.09.17
Neue Forschernetzwerke in Köln
Köln – Die Universität zu Köln fördert den Aufbau von neuen Forschernetzwerken. Mit ihrem internen Förderprogramm „UoC Forum“ unterstützt die Hochschule vier Projekte mit jeweils bis zu 100.000 Euro......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige