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VDE-Studie: Telemonitoring hilfreich bei der Versorgung von Chronikern

Montag, 25. März 2013

Berlin – Durch den flächendeckenden Einsatz von Telemonitoring lassen sich die Lebens­qualität und -erwartung chronisch kranker Patienten steigern und die Gesamt­kosten für die Behandlung von Krankheiten wie Diabetes, Herz- und Lungenkrankheiten im Vergleich zur Standardtherapien um zehn bis 50 Prozent senken. Für die Kosten­senkung spielen dabei vor allem die bis zu 70 Prozent geringeren Kosten für stationäre Behandlungen eine Rolle. Das hat die VDE-Studie „Pro Telemonitoring“ ergeben, die der Technologieverband im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts „Technologie und Dienstleistungen im Demografischen Wandel“ verfasst hat.

Telemonitoring führt danach zu einer höheren Behandlungsqualität, zu einer besseren Therapietreue sowie zu einer Verringerung von Risikofaktoren für Hospitalisierungen und schwere Folgeerkrankungen. Um diese Potenziale zu erschließen, ist allerdings laut VDE eine Systemänderung hin zu einer effizienteren, an Qualität und klinischen Endpunkten orientierten Behandlung erforderlich. Eine künftige ambulante Regelversorgung für chronisch Kranke sollte auf standardisierten Verfahren aufgebaut sein sowie ein unabhängiges Qualitätsmanagement und eine leistungsabhängige Vergütung umfassen, empfiehlt der Verband.

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Derzeit fließen weit mehr als 50 Prozent der Gesundheitsausgaben in die Behandlung chronischer Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Diabetes mellitus oder chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD). Trotz rückläufiger Bevölkerungsentwicklung ist darüber hinaus eine Zunahme der relevanten chronischen Krankheiten jährlich um rund fünf Prozent zu verzeichnen. Effizienzpotenziale können nicht genutzt werden, weil vor allem an den Sektorengrenzen Informations- und Therapiebrüche entstehen, kritisiert der VDE.

Auch fehlten im ambulanten Sektor Anreize zu einer leitliniengerechten, interdisziplinären und qualitativ hochwertigen medizinischen Betreuung. Telemonitoring könnte nach Meinung der VDE-Experten vor diesem Hintergrund ein wichtiges Werkzeug  zur Effizienz- und Qualitätsverbesserung in der Gesundheitsversorgung darstellen. 

Beim Telemonitoring werden Patienten mit Geräten zur Messung von Vitaldaten wie Gewicht, Blutdruck und Herzfrequenz ausgestattet. Diese Geräte übermitteln systembezogene und diagnostischen Daten. Die Daten werden ereignisgesteuert an ein zentrales Zentrum weitergeleitet, wo sie analysiert werden und dem Betreuer oder dem behandelnden Arzt in übersichtlicher Form zur Verfügung stehen.

 Zahlreiche Studien belegen der VDE-Stu­die zufolge die Vorteile von qualitativ hochwertigem Telemonitoring zur ambulanten Behandlung chronischer Erkrankungen: So verringere Telemoni­toring beispielsweise bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz den Anteil an stationären Einweisungen und die Sterblichkeit. Patienten mit chronischem Blutdruck profitierten von einer signifikanten Senkung des mittleren und systolischen Blutdrucks. Bei COPD-Erkrankungen führe der Einsatz von Telemonitoring ebenfalls zu einem Rückgang der stationären Einweisungen, da Exazerbationen früher erkannt werden. Zudem reduziere es die Progression der Erkrankung und bringt geringere Behandlungskosten mit sich. Die Studie „Pro Telemonitoring“ ist auf der VDE-Website (www.vde.com) für 250 Euro erhältlich. © KBr/aerzteblatt.de

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