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Medizin

Coronavirus: Patient stirbt in Münchner Klinik

Dienstag, 26. März 2013

dpa

München – An einer Klinik in Schwabing ist am Dienstag ein Patient an einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (hCoV-EMC) gestorben. Der Mann war am 19. März aus einer Klinik in Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate, nach Deutschland verlegt worden. Die Coronavirus-Infektion war am 23. März diagnostiziert worden. Nach Auskunft der Münchener Gesundheitsämter werden derzeit Kontaktpersonen und Angehörige des Patienten überprüft. Das Robert Koch-Institut sieht keine unmittelbare Gefahr einer Epidemie.

Die Erkrankung ist laut einer Tabelle des Robert-Koch-Instituts der weltweit 17. Erkran­kungsfall und die zweite Erkrankung in Deutschland. Der andere Fall betraf im Oktober 2012 einen Patienten, der sich vermutlich in Katar infiziert hatte und nach der Erkran­kung ebenfalls in eine deutsche Klinik verlegt worden war, wo er sich von seiner Erkrankung erholte. Für den jetzigen Patienten kam dagegen jede Hilfe zu spät. Der Man war zur medizinischen Spezialbehandlung mit einem Sondertransport nach München gelangt, wo er unter strikter Isolation im Einzelzimmer auf der Intensivstation behandelt wurde.

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Bis auf zwei sekundäre Erkrankungen (in Großbritannien) haben sich alle bekannt gewordenen Patienten in ihrer Heimat auf der arabischen Halbinsel infiziert, wo auch das Reservoir des Erregers vermutet wird. Auch wenn es bereits zu mehreren Clustern von bis zu 3 Erkrankungen gekommen ist, wird die Infektiosität von den Behörden als gering eingestuft. Wenn das Virus allerdings eine Infektion etablieren kann, ist die Case-Fata­lity-Rate hoch. Von den 17 bekannt gewordenen Erkrankungen endeten 10 tödlich.

Das Robert Koch-Institut hält an seiner bisherigen Risiko-Abschätzung fest. Es gebe nach wie vor keinen Nachweis einer kontinuierlichen Mensch-zu-Mensch-Übertragung, teilt die Behörde mit. Nichtsdestotrotz gelten für die Versorgung von wahrscheinlichen Fällen die gleichen strengen Hygienemaßnahmen wie für Erkrankungen durch das SARS-Virus, das 2002/3 eine weltweite (aber begrenzte) Epidemie ausgelöst hatte.

Von den 8.273 Erkrankten in 37 Ländern waren damals 775 verstoben (Case-Fatality-Rate: 9,6 Prozent). Die beiden Coronaviren lösen eine atypische Pneumonie aus, die auch als schweres akutes Respiratorische Syndrom bezeichnet wird. © rme/aerzteblatt.de

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