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Medizin

Bronchiektasen: Makrolide verhindern Exazerbationen zum Preis von Resistenzen

Mittwoch, 27. März 2013

Bronchiektasen

Alkmaar/Brisbane – Die gestörte Clearance macht Bronchiektasen zu einem Herd von rezidivierenden Atemwegsinfektionen. Zwei randomisierte klinische Studien im US-ameri­kanischen Ärzteblatt JAMA zeigen, dass eine langfristige Therapie mit Makrolid-Antibiotika Exazerbationen verhindern kann, wenn auch zum Preis einer Resistenzentwicklung.

Pathologische Erweiterungen der Bronchien werden aufgrund der verbesserten CT-Bildgebung immer häufiger gefunden. Von der Mukoviszidose her ist bekannt, dass die Bronchiektasen häufig bakteriell besiedelt sind und zum Ausgangspunkt von schweren Atemwegsinfektionen werden. Bei der Mukoviszidose ist eine aggressive Antibiotikatherapie die Regel und sicher ein Grund für die verbesserte Lebenserwartung.

Bei Nicht-Mukoviszidose-Patienten ist das Vorgehen derzeit unklar. Im letzten Jahr hatte bereits eine Studie gezeigt, dass eine prophylaktische Antibiotikatherapie die Zahl der Exazerbationen senken kann: Im EMBRACE-Trial waren 141 Patienten mit Bronchiek­tasen, die im Jahr zuvor mindestens eine Exazerbation erlitten hatten, dreimal in der Woche mit 500 mg Azithromycin oder Placebo behandelt worden.

Die Antibiotikatherapie war auf Dauer angelegt. Wie Conroy Wong vom Middlemore Hospital in Auckland im Lancet (2012; 380: 660–67) berichtete, kam es in den ersten sechs Monaten zu einem deutlichen Rückgang der Exazerbationen um zwei Drittel (Rate Ratio 0,38; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,26-0,54). Zwei Studien aus den Niederlanden und Australien bestätigten jetzt diese Ergebnisse.

An der Bronchiectasis and Long-term Azithromycin Treatment oder BAT-Studie nahmen in den Niederlanden insgesamt 83 Patienten mit Bronchiektasen teil, die im Jahr zuvor drei oder mehr Exazerbationen erlitten hatten. Sie wurden über 12 Monate mit Azithromycin (250 mg/die) oder Placebo behandelt. Wie Josje Altenburg vom Medisch Centrum Alkmaar in Nordholland und Mitarbeiter in JAMA (2013; 309: 1251-1259) berichten, kam es während dieser Zeit nur bei 46 Prozent der mit Azithromycin behandelten Patienten zu einer Exazerbation gegenüber 80 Prozent im Placebo-Arm (Hazard Ratio 0,29; 0,16-0,51).

Im Rahmen der „Bronchiectasis and Low-dose Erythromycin Study“ (BLESS) wurden in South Brisbane 117 Patienten mit zwei oder mehr Exazerbationen im Jahr zuvor auf eine Therapie mit zweimal täglich Erythromycin (400 mg) oder Placebo randomisiert. Das Makrolid-Antibiotikum führte auch hier im ersten Jahr der Therapie zu einem Rückgang der Exazerbationen (relative Inzidenzrate IRR 0,57; 0,42-0,77), wie David Serisier vom Mater Adult Hospital und Mitarbeiter in JAMA (2013; 309: 1260-1267) berichten.

In allen drei Studien wurden die Antibiotika von den Patienten ohne schwere Komplikationen vertragen, wenn auch nicht ohne gastrointestinale Nebenwirkungen. Dennoch bestehen Zweifel an der Sicherheit. Sie betreffen vor allem die unvermeidliche Entwicklung von Resistenzen, die in der niederländischen Studie bei 86 Prozent der Patienten nachweisbar waren.

Auch bei den Teilnehmern der australischen Studie wurden schon bald resistente Keime im Rachenabstrich gefunden. Ob sie langfristig den Erfolg der Therapie gefährden, ist unklar. Die Erfahrungen bei der Mukoviszidose zeigen jedoch, dass der Einsatz der Antibiotika genau auf die Bedürfnisse der Patienten abgestimmt werden muss, um einen optimalen Nutzen zu erzielen. © rme/aerzteblatt.de

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