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Rheuma erhöht Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich

Dienstag, 2. April 2013

Wiesbaden – Auf den Zusammenhang zwischen entzündlichem Rheuma und Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen hat die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) hinge­wiesen. Rheumatoide Arthritis richte sich zwar in erster Linie gegen die Knochen und Gelenke. Es begleite sie jedoch eine Entzündungsreaktion im gesamten Körper, die auch die Blutgefäße in Mitleidenschaft ziehe. „Herzinfarkte und Schlaganfälle treten deshalb bei Rheumakranken doppelt so häufig auf wie in der übrigen Bevölkerung“, sagte Ulf Müller-Ladner, Chefarzt an der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim. Das Herzinfarktrisiko von Rheumapatienten sei genauso hoch wie von Diabetikern.

Schon in den ersten Erkrankungsjahren einer entzündlichen Gelenkerkrankung ließen sich mit kardiologischen Funktionstests Veränderungen in den Arterien nachweisen, berichtet Müller-Ladner im Vorfeld des 119. Internistenkongresses. Langfristig hätten Rheumapatienten deshalb unbehandelt ein deutlich erhöhtes Sterberisiko.

„Aber auch beschwerdefreie Menschen mit positivem Rheumafaktor oder erhöhten rheumaspezifischen Autoantikörpern im Blut, sogenannten ACPA, haben bereits ein erhöhtes Atheroskleroserisiko“, so Müller-Ladner. Diese Antikörper seien ein Zeichen eines überaktiven Immunsystems.

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Ähnlich wie bei Diabetikern sei es für Menschen mit Rheuma wichtig, dass Blutdruck, Blutzucker und Blutfette stimmen. „Angesichts des hohen Risikos sollten Ärzte etwa bei der Verschreibung von Cholesterinsenkern konsequent sein“, fordert die DGIM-Vorsitzende Elisabeth Märker-Hermann. Kein Rheumapatient könne sich jedoch auf Medikamente allein verlassen. Wichtig sei außerdem Bewegung und der Verzicht auf Tabak. Denn Tabakrauch wirkt hier zweifach negativ: Er fördere die Entzündung der Gelenke und setze die Wirksamkeit der Medikamente herab. © hil/aerzteblatt.de

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