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Apotheker warnen vor gefälschten Medikamenten

Dienstag, 2. April 2013

Berlin – Die deutschen Apotheker warnen eindringlich davor, Medikamente von dubiosen Anbietern aus dem Internet zu bestellen. Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) geht davon aus, dass bei Arzneimitteln, die über illegale Versender im Internet bezogen werden, der Anteil an Fälschungen bei mehr als 50 Prozent liegt.

Das bestätigen Testkäufe des Zentrallaboratoriums Deutscher Apotheker, wie aus einer aktuellen Faktensammlung der ABDA - Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände hervorgeht. ABDA-Präsident Friedemann Schmidt warnte: „Verbraucher, die im Internet verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne Rezept kaufen, spielen mit ihrer Gesundheit."

Gefälscht werden demnach beispielsweise sogenannte Lifestyle-Medikamente wie Produkte gegen Haarausfall oder Schlankheitsmittel, aber auch potenzsteigernde Substanzen, Arzneimittel gegen Krebserkrankungen, Bluthochdruck und erhöhte Cholesterinwerte oder Hormone, Antibiotika und Schmerzmittel. Die Fälschungen seien für Kriminelle besonders lukrativ, hieß es. So koste ein Kilogramm eines Viagra-Plagiats auf dem Schwarzmarkt durchschnittlich 90.000 Euro und sei damit teurer als Kokain.

Mit Straßenfarbe lackiert
Eine Sprecherin des Verbandes sagte in Berlin, bei manchen Mitteln sei nur die Marke gefälscht, der Wirkstoff und die Dosis seien hingegen korrekt. Es gebe aber auch Fälle, wo die Substanzen in den Arzneimitteln unwirksam oder sogar giftig seien. So würden manche Tabletten mit weißen Farben lackiert, wie sie für Fahrbahnmarkierungen im Straßenverkehr verwendet werden, um den typischen „Glanzeffekt" zu erreichen. Gefälschte Aids-Medikamente seien schon mit Arsen versetzt worden, um die bei dem Medikament typischerweise auftretende Übelkeit zu simulieren.

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Den Medikamenten sei nicht anzusehen, ob sie gefälscht oder gar giftig seien, sagte die Sprecherin und fügte hinzu: „Und es wird alles gefälscht, was Geld bringt." Harmlose Hustenmittel seien ebenso unter den Fälschungen, weil sie massenhaft verkauft werden könnten oder Präparate gegen die Immunschwächekrankheit Aids, weil sie so teuer seien.

Problem Afrika
Den Angaben zufolge wurden im vergangenen Jahr vom deutschen Zoll 321.300 gefälschte Arzneimittel im Wert von 4,8 Millionen Euro beschlagnahmt. Die WHO schätzte 2010 den Umsatz mit gefälschten Arzneimitteln weltweit auf 75 Milliarden US-Dollar. Die meisten Fälschungen wurden demnach in Afrika festgestellt mit bis zu 60 Prozent der Medikamente, die wenigsten in den USA.

Nach Angaben der ABDA dürfen deutsche Apotheken seit 2004 Arzneimittel versenden. Apotheken mit einer solchen Erlaubnis zum Versandhandel sind beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (www.dimdi.de) registriert. Verbraucher, die glauben, im Besitz eines gefälschten Medikaments zu sein, können sich an ihre Apotheke wenden, um den Verdachtsfall zu klären. © dapd/aerzteblatt.de

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