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Politik

Anerkennungsgesetz: Bereits 20.000 Anträge in den Gesundheitsberufen

Mittwoch, 3. April 2013

Johanna Wanka /dpa

Berlin – Als einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung und einen Paradig­menwechsel lobte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka das "Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen", das vor einem Jahr Kraft trat. "Das Gesetz zeigt Wirkung. Nach Schätzungen wurden bereits rund 30.000 Anträge auf Anerkennung gestellt und die Mehrzahl der beruflichen Auslandsabschlüsse auch als gleichwertig anerkannt“, betonte sie.

Der Großteil der Anträge auf Anerkennungen – nämlich mehr als 20.000 ­ wurde in den Gesundheitsberufen gestellt (Arzt, Physiotherapeut, Apotheker, Hebamme). Umfassende repräsentative Daten sollen  mit der amtlichen Bundesstatistik Ende 2013 vorliegen.  

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Konkrete Zahlen liegen jedoch bereits für zwei Berufe vor: Von April 2012 bis Ende Februar 2013 wurden allein von Ärztinnen und Ärzten sowie Krankenpflegepersonal fast 12.000 Anträge gestellt. Darunter befanden sich 8635 Anträge von Ärztinnen und Ärzten mit ausländischen Qualifikationen und 3123 Anträge im Bereich der Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen.

Auch wenn bereits früher eine Anerkennung von Qualifikationen möglich war, das am 1. April 2012 in Kraft getretene Anerkennungsgesetz habe erstmals einen allgemeinen gesetzlichen Anspruch auf die Bewertung ausländischer Qualifikationen geschaffen, erklärte Wanka. Dies sei ein positives Signal an die Migranten.

Erfreulich sei auch, so Wanka, dass ein Großteil der erteilten Bescheide eine volle oder teilweise Gleichwertigkeit des ausländischen Abschlusses mit dem deutschen Referenzberuf bescheinige. So wurde beispielsweise bei den von den Kammern erteilten Bescheiden in 66 Prozent der Fälle die volle und in 30 Prozent der Fälle die teilweise Gleichwertigkeit der Auslandsqualifikation festgestellt. Lediglich 4 Prozent der Anträge wurden bisher abgelehnt.

Auch Peter Clever, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), lobte das Gesetz: "Das Anerkennungsgesetz hilft unmittelbar den Inhabern ausländischer Berufsabschlüsse, aber auch den Unternehmen, die dringend auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen sind“.

Gleichzeitig mahnte Clever jedoch, dass angesichts des besonders gravierenden Fachkräftemangels in den Gesundheitsberufen jetzt dringend in den Ländern die Einheitlichkeit und Qualität des Vollzugs sichergestellt werden müsse. „Wir brauchen in Deutschland insgesamt eine glaubwürdige Willkommenskultur, damit jede ausländische Fachkraft schon beim ersten Kontakt mit deutschen Behörden und Unternehmen auch im Umgangston spürt: Du wirst gebraucht und bist uns sehr willkommen."

Das Anerkennungsgesetz umfasst zum einen ein neues Bundesgesetz, das sogenannte Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG) im Zuständigkeitsbereich des Bundes­ministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), und zum anderen Regelungen zur Anerkennung von Berufsqualifikationen in rund 60 bundesrechtlichen Berufsgesetzen und Verordnungen für die reglementierten Berufe, so die Gesundheitsberufe (Bundes­ärzte­ordnung, Krankenpflegegesetz) und die Handwerksmeister (Handwerksordnung). © ER/aerzteblatt.de

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