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Politik

Was die Abschaffung der PKV für Ärzte bedeuten würde

Mittwoch, 3. April 2013

dpa

Hamburg – Die Abschaffung der privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) würde für die niedergelassenen Ärzte ein Honorarverlust in Milliardenhöhe bedeuten. Wie dieser kompensiert würde – und ob – ist eine politische Entscheidung. Das geht aus einer Studie des Gesundheitsökonomen Jürgen Wasem hervor, welche die Techniker Krankenkasse in Auftrag gegeben hatte.

Die Studie „Finanzielle Wirkung eines einheitlichen Vergütungssystems in der ambulanten ärztlichen Vergütung“ erörtert verschiedene Übergangsszenarien in ein einheitliches Honorarsystem. Laut dem ersten Modell werden alle PKV-Versicherten sofort in das neue Versicherungssystem einbezogen. Die Studie ermittelt dazu ein Honorarverlust von vier Milliarden Euro im Umstellungsjahr. 2030 beliefe sich der Honorarverlust auf sechs Milliarden Euro pro Jahr.

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Im zweiten Modell bleiben die bisherigen Versicherten in der PKV, es werden aber keine Neuzugänge mehr aufgenommen. Dabei entsteht laut der Studie zunächst kein Hono­rarverlust dieser baut sich aber auf und wächst bis 2030 auf 1,5 Milliarden Euro pro Jahr.

Das dritte in der Studie untersuchte Modell räumt den PKV-Versicherten ein, in das neue einheitliche Honorarsystem zu wechseln. Bei diesem einmaligen Wechselrecht hängt der Honorarverlust davon ab, wie viele Versicherte davon Gebrauch machen. Wechseln 20 Prozent der unter fünfzigjährigen und die Hälfte der älteren PKV-Versicherten würde der Honorarausfall im ersten Jahr 1,6 Millionen Euro betragen, 2030 läge er bei 3,1 Milliarden Euro jährlich.

„Will man ein einheitliches Vergütungssystem, ist die politische Frage zu beantworten, ob Einkommensausfälle bei den Ärzten kompensiert werden sollen. Wenn ja, ist über die Modalitäten zu entscheiden“, kommentierte der Vorsitzende des TK Vorstands, Jens Baas in der Publikation TK-Spezial.

„Heute besteht bei beiden Vergütungssystemen Handlungsbedarf“, so Wasem in der Publikation. Das zweistufige Vergütungssystem in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung sei an die „Grenzen der Nachvollziehbarkeit angekommen“. Die private Gebühren­ordnung sei „mit der Fokussierung auf kleinteilige einzelne Leistungen und ohne jede Steuerungsmöglichkeiten angesichts der absehbaren Alterung und zunehmenden Multimorbidität der Bevölkerung“ aber auch nicht zukunftstauglich, so der Gesundheitsökonom. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #672538
sandyf
am Donnerstag, 31. Oktober 2013, 15:07

-

du hast doppelt gepostet...
Avatar #669761
Hanschmitz
am Mittwoch, 28. August 2013, 09:24

Siegel

Wie mein Vorredner schon gesagt hat, achte auf die Siegel. Da kannste eigentlich nicht viel mit falsch machen
Avatar #669761
Hanschmitz
am Mittwoch, 28. August 2013, 09:24

Siegel

Wie mein Vorredner schon gesagt hat, achte auf die Siegel. Da kannste eigentlich nicht viel mit falsch machen
Avatar #670034
meckie
am Dienstag, 27. August 2013, 15:51

Nicht alles Gold was glänzt

Ob jene oder diese Seite ( http://www.private-krankenkassen.org ). Die Qualität lässt sich nicht immer sofort erkennen. Gute Hinweise darauf sind bekannte Siegel, wie die vom TÜV. Auch eine Übertragung mit Verschlüsselung sollte gewährleistet sein oder die ganze Domain gleich unter "https://" laufen.
Avatar #668570
korinti
am Dienstag, 16. Juli 2013, 16:30

Versicherungen vergleichen

Ich hoffe ihr könnt mir helfen, kann man auf so eine Seite wie http://www.privatkrankenversichern.org/ wirklich vergleichen?
Danke
Avatar #661036
ArztundEuropa
am Dienstag, 9. April 2013, 22:08

Schluss mit der 2 Klassenmedizin

Es ist immer wieder interessant, welche Argumentation sich Verwaltungsapparate einfallen lassen, das Ärzte- und Pflegepersonal, sowie die zahlenden Patienten als "finanzielle Puffer" zu nutzen, während die Verwaltungsapparate der Krankenhäuser, der Krankenkassen und der Ärztekammern/Versorgungswerken Ihre Bereiche durch zunehmende Bürokratie ausweiten.

Es ist doch unverantwortlich, dass junge ledige Privatpatienten mit niedrigen Kran­ken­ver­siche­rungsbeiträgen, alle Leistungen von den Versicherungen erbracht bekommen und im Alter Ihre Beiträge nicht mehr zahlen können, während zunehmend junge ledige Patienten, die in gesetzlichen Krankenkassen die Höchstbeiträge einzahlen, noch in der Behandlung hinten anstehen. Wochen auf einen Termin bei einem Facharzt warten müssen oder Leistungen vom Hausarzt nicht erbracht bekommt, weil der Hausarzt diese Leistungen nicht von den gesetzlichen Versicherung erstattet bekommt.

Lassen wir es doch einmal darauf ankommen!
Entweder sind alle in der Privaten Krankenkasse oder alle in der gesetzlichen Krankenkasse! Dadurch ziehen endlich mal alle Patienten an einem Strang!

Vielleicht lassen sich dann die niedergelassenen Ärzte Ihre Gehälter auf die Stufe Ihrer angestellten Kollegen reduzieren. Hausarzt im 1., 2., 3... Jahr. Vielleicht auch nich!!! Vielleicht kommen dann sogar die angestellten Ärzte der Krankenhäuser mal auf die Idee, sich wie Fachärzte bezahlen zu lassen. Durch Abschaffung der Hierarchie und Status eines Selbständigen. Und lassen wir doch endlich mal die Verwaltungsapparate als "Puffer" fungieren. Sind keine Gelder da, müss die Bürokratie schrumpfen. "Konzentration auf das Wesentliche" bei steigendem Spassfaktor an der Arbeit.
Avatar #104249
Senbuddy
am Freitag, 5. April 2013, 17:27

Die private Kran­ken­ver­siche­rung ist...

...sicherlich nicht der allein selig machende Weg zu einer leistungsfähigen Gesundheitsversorgung. Doc.nemo hat recht, wenn man sich in Deutschland keine amerikanischen Verhältnisse wünscht. Nur: Englische Verhältnisse möchte sicher auch keiner. Aber dahin geht der Weg mit der viel gepriesenen Bürgerversicherung.

Und auch Umverteilung ist in einem Industriestaat sicher nötig. Nur hat Umverteilung originär nichts mit Krankenkassen zu tun. Selbst Bismarck wollte mit der Gründung der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung nicht umverteilen (damals war die Kasse nur für Krankengeld zuständig und wer viel einzahlte, bekam auch viel zurück, Arztkosten waren dagegen gar nicht versichert).

Aber Umverteilung muss schon sein. Sie gehört nur in die Ressorts Steuer und Sozialhilfe. Und nicht in die Gesundheitkosten. Und Solidarität im Gesundheitswesen sollte die zwsichen Kranken und Gesunden sein (denn das ist der Sinn einer Versicherung) und nicht die zwischen arm und reich. Unterschiedliche Kosten bei gleichen Beiträgen, das sollte das Prinzip von solidarischen Versicherungen sein.

In Deutschland ist die Umverteilung aber grundsätzlich schon so allgegenwärtig und unübersichtlich, dass man vieles gar nicht mehr merkt. Aber auch insgesamt so, dass es schon so manchem "stinkt". Miittlerweile dient nämlich "alles und jedes" zur Umverteilung von oben nach unten. Neben den hunderten Förderinstrumenten von Bund, Ländern und Gemeinden gibt es "Förderungen" selbst bis in die letzte, mickrige Gebührenordnung von Kindergärten, Zoos oder Busfahrkarten. Und gerade Familien von mittleren Verdienern werden geschröpft bis zum "Ausbluten".

Überall gibt es Mehrkosten und horrende Gebühren für normal verdienende Bürger, während Sozialhilfeempfänger aus allen Richtungen "gepampert" werden. Man hat wirklich manchmal keine Lust mehr, sich noch anzustrengen und zu bemühen, irgendwie oder irgendwo ein kleines bißchen "mehr" verdienen zu wollen. Anstrengung ist doch gar nicht gefragt: Denn die Abgaben steigen doch immer viel stärker als das Einkommen.

Und die privaten Kran­ken­ver­siche­rungen aus Gründen von noch mehr Umverteilung und noch mehr Gleichmacherei abschaffen zu wollen, ist dabei nicht der richtige Weg. Es sollte eher in die andere Richtung gehen: Mehr Selbstverantwortung und weniger staatliche oder halbstaatliche Eingriffe. Das würde dem Land gut tun.

Viele Grüße
S.
Avatar #88255
doc.nemo
am Freitag, 5. April 2013, 10:34

Umverteilung von oben nach unten soll sein!

Dass von Senbuddy als dem Vertreter der Privaten Krankenversicherer (sind Sie eigentlich Berufslobbyist oder Versicherungsmakler?) kein anderer Kommentar kommen kann, war klar, preist er doch schon seit Beginn seiner Aktivität im Forum die Private Kran­ken­ver­siche­rung als allein seligmachende Lösung der Finanzmisere im Gesundheitswesen an. Wir sollen also Verhältnisse wie in den USA bekommen? Klar gibt es dort keine Finanzprobleme: wer sich eine PKV nicht leisten kann, erhält schlicht und einfach keine Behandlung. Problem aus den Augen, Problem aus dem Sinn.
Natürlich stellt eine gesetzliche Bürgerversicherung eine Umverteilung von oben nach unten dar - und genau das soll sie auch sein! So funktioniert nämlich ein solidarisches Versicherungssystem. Wer viel verdient, soll auch viel einbezahlen, unabhängig vom eigenen Kostenbedarf. Dabei spielt es keine Rolle, ob so ein System beitrags- oder steuerfinanziert ist, solange sich die Belastungen des Einzelnen strikt am Nettoeinkommen aus allen Einkünften orientiert, und zwar ohne Obergrenzen. Wenn der Beitrag 10% betrüge, müsste der Nettoverdiener von einer Million eben 100 000 für die Kran­ken­ver­siche­rung abdrücken - damit hätte ich überhaupt kein Problem. Von 900 000 kann man immer noch gut leben. Und wenn Senbuddy "Enteignung!" ruft, soll er halt.
Avatar #104249
Senbuddy
am Donnerstag, 4. April 2013, 20:58

Das System der gesetzlichen Kassen...

...ist eine gigantische und kaum noch zu überblickende Umschichtungsmaschinerie. Im ganzen System wird massiv "von oben nach unten" umgeschichtet.

Das Umschichten geht zum einen über die Beiträge (ungleiche Beiträge bei gleichen Leistungen für alle), das geht zum zweiten über die Steuersubventionen (und Steuerlasten sind ja auch sehr ungleich verteilt) und das geht zum Dritten über die Quersubventionen durch die privaten Kran­ken­ver­siche­rungen.

Ob man in den Kreisen, die für die Abschaffung der PKVen sind, wirklich weiß, was man tut, wenn man damit auch die dringend notwendigen Subventionen durch die PKVen abschafft ? Das ist zu bezweifeln.

Vermutlich erweist man den vielen gesetzlich Versicherten einen ebensolchen Bärendienst wie den privat Versicherten.

Aber ideologisch verbrämte Sozialpolitiker haben selten Systemverbesserungen im Sinn. Ihnen geht es eher um Gleichmacherei auf niedrigstem Niveau.

Viele Grüße
S.
Avatar #88255
doc.nemo
am Donnerstag, 4. April 2013, 09:30

Schluss mit der Querfinanzierung!

Wenn ich das recht sehe, sorgen wir Privatversicherten mit unseren kriminell hohen Beiträgen für eine Querfinanzierung der gesetzlich Versicherten, weil die Vergütungen der gesetzlichen Kassen objektiv und subjektiv sind bedarfsdeckend sind? Glauben Ärzte und Politiker denn, ich drucke mir mein Geld selbst? Warum soll ich mit meinen Beiträgen die Betriebskosten und den Wohlstand der Ärzte finanzieren? Es wird höchste, allerhöchste Zeit, dass dem Moloch PVK der Garaus gemacht wird.
LNS

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