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Medizin

Neuartiges Coronavirus: Infektion in Makaken nachgestellt

Donnerstag, 4. April 2013

Hamilton – Wenige Monate nach der Entdeckung des neuartigen Coronavirus, das bei 11 von bisher 17 bekannt gewordenen Erkrankungen zum Tode geführt hat, stellen US-Forscher ein erstes Tiermodell der Erkrankung vor. Ihre Experimente an Makaken im New England Journal of Medicine (2013; doi: 10.1056/NEJMc1215691) zeigen, dass die Erkrankung auf die Lungen beschränkt bleibt.

Das neuartige Coronavirus (hCoV-EMC) wurde erstmals bei einem 60-Jährigen Patienten aus Saudi-Arabien gefunden, der im Juni 2012 an den Folgen einer schweren aty­pischen Pneumonie gestorben war. Im September 2012 hatten Forscher aus den Niederlanden das Virus charakterisiert und unter die humanen Coronaviren eingeordnet, zu denen auch das Sars-Virus gehört, dass 2002/2003 eine Epidemie mit 775 Todesfällen ausgelöst hat.

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Bereits im Dezember 2012 gelang es dem Team um Heinz Feldmann in einem Spezial­labor der US-National Institutes Health in Hamilton in den Rocky Mountains sechs Makaken mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren. Ihre jetzt publizierten Ergebnisse schließen die Beweisführung nach den Koch-Postulaten ab und liefern wichtige Erkenntnisse zur Pathogenese.

Die Tiere erkrankten wie die Menschen mit Appetitverlust, Fieber mit Schüttelfrost, Tachypnö und Husten. Die Erkrankung nahm bei den Tieren allerdings nur einen leichten bis mittelschweren Verlauf (dies könnte beim Menschen ebenfalls die Regel sein, auch wenn bisher nur schwere Verlaufsformen bekannt wurden).

Der Röntgenthorax zeigte das Bild einer interstitiellen Pneumonie, wie sie für Virus­erkrankungen typisch ist. Die Obduktion der getöteten Tiere bestätigten den Befund einer akuten interstitiellen Pneumonie mit fibrösen Adhäsionen, Konsolidierungen der Lunge sowie ödematösen und atelektatischen Arealen. In der Histologie wurden Infiltrate von Neutrophilen und Makrophagen gefunden. Die Viren wurden im Lungengewebe mittels Polymerase-Kettenreaktion nachgewiesen.

Außer den Lungen waren keine anderen Organe befallen. Die Tiere entwickelten nur eine leichte Leukozytose und hätten sich wohl innerhalb einer Woche von der Infektion erholt, wenn die Forscher sie nicht zu wissenschaftlichen Zwecken getötet hätten. © rme/aerzteblatt.de

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