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Medizin

Mammographie­häufigkeit je nach Alter und Parenchymdichte

Freitag, 5. April 2013

dpa

San Francisco – Mammographie-Screenings sind bei 50 bis 74 Jährigen alle zwei Jahre ausreichend, bei 40 bis 49 Jährigen mit extrem dichtem Mammaparenchym kann jähr­liches Screening sinnvoll sein. Aber mit der Anzahl der Mammographien steigt auch die Rate der falschpositiven Befunde und daraus resultierenden Biopsieempfehlungen. Das berichten Karla Kerlikowske und ihre Arbeitsgruppe von der University of California, San Francisco, aus ihrer Studie für das Breast Cancer Surveillance Center (BCSC) online im JAMA Internal Medicine (doi:10.1001/jamainternmed.2013.307).

In einer prospektiven Kohortenstudie analysierten sie Mammographien von 11.474 Frauen mit Brustkrebs und 922.624 Frauen ohne Brustkrebs. Die Untersucher bestimmten mittels logistischer Regression die Odds Ratio für fortgeschrittene Tumorstadien (IIb, III, IV) und große Tumoren mit einem Durchmesser größer zwei Zentimeter, außerdem berechneten sie die kumulative Zehn-Jahres-Wahrscheinlichkeit von falsch-positiven Befunden.

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Eine Mammographie nur alle zwei Jahre war für 50-74jährige nicht assoziiert mit einem höheren Risiko an fortgeschrittenen oder großen Tumoren, unabhängig von Brustdichte und Hormontherapie. Anders in der Untergruppe der 40-49jährigen, die ein extrem dichtes Mammaparenchym im Röntgen aufwiesen: Hier war die Mammographie alle zwei Jahre gegenüber der jährlichen mit einem höheren Risiko von Entdeckung erst fortgeschrittener Tumorstadien (Odds ratio 1.89) und großer Tumoren (Odds ratio 2.39) assoziiert.

Hinsichtlich falschpositiver Mammographien fand sich eine hohe kumulative Zehn-Jahres-Wahrscheinlichkeit unter Frauen mit extrem dichtem Mammaparenchym, die entweder zwischen 40-49 waren (65,5 Prozent) oder Östrogen plus Gestagen einnahmen (65,8 Prozent). Geringer war sie erwartungsgemäß bei Frauen zwischen 50-74 Jahren mit geringerer Parenchymdichte, die alle zwei oder drei Jahre mammographisch untersucht wurden.

Die Autoren folgern, Behandler sollten Frauen zwischen 40 und 49 Jahren mit extrem dichtem Parenchym darüber aufklären, dass die jährliche Mammographie ihr Risiko auf fortgeschrittene oder große Tumoren verkleinert, aber dass das kumulative Risiko falsch-positiver Mammographie-Befunde hoch ist.

Die Guidelines der U.S. Preventive Services Task Force von 2009 empfehlen für Frauen zwischen 50-74 Mammographien alle zwei Jahre, aber das Update dieser Leitlinien berücksichtigte außer dem Alter keine Einflüsse von Brustkrebs-Risikofaktoren. In Deutschland empfehlen die S3-Leitlinien derzeit für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren ein Mammographie-Screening alle zwei Jahre. © rme/aerzteblatt.de

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