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Medizin

H7N9: Geflügelschlachtung in China - USA wollen Impfstoff entwickeln

Freitag, 5. April 2013

Shanghai beginnt mit dem Keulen von Geflügel dpa

Shanghai/Atlanta/Berlin – Die Zahl der an der Vogelgrippe H7N9 Erkrankten ist in China am Freitag auf 14 Fälle gestiegen. Nachdem das Virus im Geflügel nachgewiesen wurde, hat die Stadt Shanghai 20.000 Tiere vorsorglich geschlachtet. Die US-Centers for Disease Control and Prevention kündigten die Entwicklung eines Impfstoffs an. Das Robert Koch-Institut rät Ärzten bei verdächtigen Patienten eine Reiseanamnese zu erheben.

Die Gesundheitsbehörden in Shanghai haben laut Xinhua bislang 14 Erkrankungen mit dem Vogelgrippe-Virus H7N9 dokumentiert, davon sechs in der Hafenstadt, die anderen in den umliegenden Provinzen Jiangsu, Zhejiang und Anhui. Insgesamt sechs Patienten sollen an den Folgen der Influenza gestorben sein.

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Da zwei der Patienten Geflügelbauern waren und einer Koch wurde das Reservoir für H7N9 im Geflügel vermutet. Das Virus wurde dann auch auf einem Geflügelmarkt im Stadtbezirk Songjiang in Tauben nachgewiesen. Die chinesischen Behörden haben den Markt kurzerhand geschlossen und am Freitag insgesamt 20.536 Hühner, Enten, Gänse und Tauben geschlachtet. Bis zum Nachmittag war der Marktplatz komplett geräumt und gesäubert, berichtet Xinhua.

Da chinesische Forscher die Virussequenz des Erregers im Internet veröffentlicht haben, konnte in den USA mit der Entwicklung eines Impfstoffs begonnen werden. In Laboren der Centers for Disease Control and Prevention sollen konventionelle Grippeviren genetisch so modifiziert werden, dass sie die relevanten Antigene von H7N9 auf ihrer Oberfläche tragen.

Man habe nicht auf die Übersendung von Virusisolaten aus China warten wollen, erklärte ein Mitarbeiter gegenüber der Presse. Die genetisch modifizierten Viren sollen zunächst an Frettchen getestet werden. Wenn alles nach Plan verläuft, könnten die Hersteller bereits in vier Wochen mit Impfstoffviren versorgt werden.

Wegen der fehlenden Mensch-zu-Mensch-Übertragung wird die Gefahr einer Epidemie vorerst als gering eingestuft. Aufgrund der hohen Mobilität ist es aber nicht auszu­schließen, dass in anderen Ländern Erkrankungen auftreten. Das Robert-Koch-Institut in Berlin rät den deutschen Ärzten, bei Patienten mit schwerer respiratorischer Erkrankung eine Reiseanamnese über den Zeitraum von zehn Tage vor Erkrankungsbeginn zu erheben. Bei schweren Pneumonien und Atemnotsyndrom sollte (auch unabhängig von einer Reiseanamnese) immer eine labordiagnostische Abklärung erfolgen. © rme/aerzteblatt.de

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