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Bereitschafts­dienstnummer 116 117: Positive Bilanz nach einem Jahr

Montag, 8. April 2013

dpa

Berlin – ­ Unter der einheitlichen Telefonnummer 116 117 erreichen Patienten seit einem Jahr bundesweit den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Organisiert wird dieser Service durch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen). Von den Patienten wird er offensichtlich gut angenommen: Allein über die zurückliegenden Osterfeiertage wählten 120.000 Menschen die Nummer 116 117.

Über die gute Resonanz im ersten Jahr der Freischaltung der bundeseinheitlichen Nummer ist der Vorstandsvorsitzende der KBV, Andreas Köhler, sehr erfreut. „Die 116 117 ist ein voller Erfolg. Es gingen 3,3 Millionen Anrufe ein – das ist deutlich mehr, als wir erwartet hatten“, sagte er heute in Berlin.

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Seit dem Start der Nummer am 16. April 2012 sei es praktisch zu keinen technischen Ausfallzeiten gekommen. „Der Dienst war fortwährend gut erreichbar. Wir haben damit auch Spitzenzeiten wie Weihnachten, Ostern und die Grippewelle optimal abgedeckt“, sagte Köhler.

Im Dezember die meisten Anrufe
Am meisten wurde die 116 117 jedoch im  Dezember 2012 in Anspruch genommen (500.000 Anrufe). Der Stundenrekord wurde am Silvestertag 2012 erreicht, als in einer einzigen Stunde 15.000 Menschen die 116 117 gewählten. Köhler wies nochmals auf technischen Aufwand hin, der hinter der 116 117 steckt. Denn der Anrufer wird automatisch anhand der Vorwahlnummer seines Standortes dem zuständigen Bereitschaftsdienstbezirk zugeordnet. Ist dies nicht möglich, erfolgt die Zuordnung über die Postleitzahl.

Auf diese Weise verbindet die 116 117 den Anrufer direkt oder über ein Callcenter mit dem Bereitschaftsdienst vor Ort und bündelt so fast 1.000 verschiedene regionale Nummern. Die Kosten für dieses System hätten 2012 etwa zwei Millionen Euro betragen und würden über die Verwaltungshaushalte der KVen finanziert. „Die Bürger oder die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung kosten dieser Service nichts“, betonte Köhler.

Probleme mit der Bereitschaftsdienstnummer hätte es bislang jedoch zum Teil in Nordrhein-Westfalen gegeben, räumte Köhler ein. Dass Anrufer mitunter lange in der Warteschleife hängen, liege daran, dass die einprägsame Nummer 116 117 zu einer stärkeren Inanspruchnahme des Bereitschaftsdienstes geführt habe.

Zudem sei die die einheitliche Rufnummer noch nicht in allen KV-Regionen vollständig umgesetzt, da die Organisation des Bereitschaftsdienstes zurzeit insgesamt neu geregelt werde, erklärte Köhler. Davon betroffen seien Baden-Württemberg sowie kleinere Teile von Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

2014 bundesweite Abdeckung
Anrufer aus diesen Regionen liefen allerdings nicht ins Leere. Eine Bandansage teile ihnen mit, wie sie den für sie zuständigen Bereitschaftsdienst erreichen können. „Ich gehe davon aus, dass Anfang 2014 die Nummer in ganz Deutschland funktionieren wird“, ergänzte Köhler.

Völlig auf die 116 117 umgestellt hat die KV Brandenburg. Sie nutzt als erste KV keine regionalen Rufnummern mehr. Die KVen Bayerns und Schleswig-Holstein folgen voraussichtlich Mitte des Jahres. Auf Initiative der KV Brandenburg und der KBV ist die Nummer 116 117 in der gesamten Europäischen Union für den ärztlichen Bereitschaftsdienst reserviert. Ziel sei, dass die Bürgerinnen und Bürger auch im europäischen Ausland unter dieser Nummer medizinische Hilfe erhalten, sagte Köhler. Österreich habe bereits mit der Umsetzung begonnen, Schweden und Norwegen hätten Interesse bekundet. © ER/aerzteblatt.de

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