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Ärzteschaft

Neurologen warnen vor Stammzelltherapie bei Parkinson

Montag, 8. April 2013

Berlin – Eine Stammzelltherapie gegen die Parkinson-Erkrankung gibt es bislang nicht – auch wenn Privatkliniken im Ausland diese immer wieder anbieten. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hingewiesen. Die Fachgesellschaft hatte in der Vergangenheit wiederholt vor teuren, nutzlosen und risikoreichen Behandlungen mit Stammzellen gewarnt, die ohne ausreichende wissenschaftliche Grundlage erfolgten.

Sie ermittelte 17 Patienten mit Morbus Parkinson oder einer Multisystematrophie, die sich der Behandlung unterzogen hatten und die mit einer Nachuntersuchung einverstanden waren. Sie waren entweder am mittlerweile durch öffentlichen und behördlichen Druck geschlossenen XCell-Center in Düsseldorf oder in Hospitälern der Stamina Foundation Onlus in San Marino oder Triest behandelt worden. Die zwischen 41 und 77 Jahre alten Patienten hatten durchschnittlich fast 11.000 Euro bezahlt für einen Eingriff, bei dem weiße Blutzellen aus dem Knochenmark entnommen und in den Liquor oder in die Blutbahn gespritzt wurden.

Kein klinischer Nutzen
„In unserer Nachuntersuchung konnten wir keinen klinischen Nutzen dieser Eingriffe für die Patienten finden“, erläuterte Alexander Storch vom Universitätsklinikum Dresden. Die Nachuntersuchungen, die zwischen einem und 15 Monaten nach den Eingriffen statt­fanden, hätten einen unveränderten klinischen Gesamteindruck ergeben.

„Leider besteht Anlass zur Befürchtung, dass mit dem Leid der Patienten in anderen Ländern weiter ein Geschäft gemacht wird – und dass auch deutsche Patienten dafür ins Ausland reisen“, kritisierte Wolfgang Oertel, zweiter Vorsitzender der DGN und Direktor des Neurologischen Universitätsklinikums in Marburg. © hil/aerzteblatt.de

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