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Frankreich fordert EU-weites Verbot von Bisphenol A in Kassenbons

Dienstag, 9. April 2013

dpa

Paris – Die französische Regierung will ein europaweites Verbot des Giftstoffes Bisphenol A in Kassenbons durchsetzen. Frankreichs Umweltministerin Delphine Batho kündigte am Dienstag in Paris an, dass sie einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission unterbreiten werde. Zuvor hatte die französische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Umwelt und Arbeitsschutz (Anses) vor allem Schwangere und Kassiererinnen vor der Chemikalie gewarnt, die als hormonverändernd, nerven­schädigend und krebserregend gilt.  

Bisphenol A kommt auf Kassenbons oder Fahrkarten, aber auch in der Innenbe­schichtung von Konservendosen oder in Plastikflaschen und -verpackungen aus Polycarbonat vor. Studien zufolge können schon kleinste Mengen des Stoffes über einfachen Hautkontakt in den Organismus gelangen und Schäden anrichten. Aufgrund der massiven Kritik an dem Giftstoff in den vergangenen Jahren – in Babyfläschchen ist der Stoff bereits EU-weit verboten – haben in Deutschland viele Supermarkt-Ketten die Chemikalie in ihren Kassenbons bereits ersetzt.  

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Die französische Behörde Anses warnte aber auch vor Ersatzstoffen. Wegen fehlender wissenschaftlicher Studien sei ein Ersatz durch andere Bisphenole nicht ratsam, hob die Behörde hervor.   

Die Behörde verwies insbesondere auf das Risiko durch Bisphenol A in Konservendosen sowie in Wasserbehältern aus Plastik, wie sie in Behörden oder Büros genutzt werden. Etwa 80 Prozent der Verseuchung des Menschen durch Bisphenol A findet der Behörde zufolge über Lebensmittel statt. Vor allem Schwangere rief die Behörde wegen des Risikos für die Babys zur Vorsicht im Umgang mit Kassenzetteln und der Nutzung von Wasserspendern auf.  

Frankreich zählt beim Umgang mit dem Giftstoff zu den Vorreitern in der EU. In dem Land ist die Chemikalie ab Anfang 2015 in allen Lebensmittel-Verpackungen verboten, in jenen für Kleinkinder unter drei Jahren bereits seit Anfang 2013. In Frankreich wird auch über ein weitergehendes Verbot von Weichmachern wie Phthalaten diskutiert. Bestimmte Weichmacher, die bei Kunststoffen, Gummi, Farben oder Lacken zum Einsatz kommen, stehen ebenfalls im Verdacht, unter anderem die Fortpflanzungsfähigkeit zu beein­trächtigen. © afp/aerzteblatt.de

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