NewsPolitikGesundheits-IT: Interoperabilität der Systeme als Herausforderung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Gesundheits-IT: Interoperabilität der Systeme als Herausforderung

Mittwoch, 10. April 2013

Thomas Ilka /conhit

Berlin – Über die Fortschritte der E-Health-Initiative der Bundesregierung berichtete Thomas Ilka, Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit (BMG), bei der conhIT 2013, dem jährlichen Treffen der Healthcare-IT-Branche, die gestern in Berlin eröffnet wurde. Eine besondere Herausforderung sei die Möglichkeit, medizinische Informationen ohne Medienbrüche praktikabel austauschen und nutzen zu können.

„Wir müssen hier weiter am Ball bleiben“, betonte Ilka. Es gebe sehr viele regionale Telematikkonzepte und Projekte, die man versuche, im  Rahmen der Initiative zu verbinden, um ein zielgerichtetes Arbeiten im Gesundheitswesen zu erleichtern. Ein großes Thema sei dabei die Herausforderung der Interoperabilität.

Anzeige

Hierzu hat das BMG eine Planungsstudie in Auftrag gegeben, an deren Erstellung unter anderem das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (Fokus) beteiligt ist. Die Studie soll Verfahrens- und Strukturvorschläge enthalten, wie Interoperabili­täts­vorgaben für das Gesundheitssystem entwickelt werden können. Dabei sollen auch internationale Konzepte mit berücksichtigt werden.

„Nur wenn es uns gelingt, die Systeme interoperabel zu machen, können wir unser Ziel einer besseren Qualität der Versorgung erreichen“, unterstrich Ilka. „Wir erwarten im Juli die Ergebnisse der Planungsstudie.“ Um Verfahrenstransparenz bei der Erarbeitung der Studie herzustellen, hat das Fraunhofer Fokus-Institut ein Projekt-Wiki eingerichtet. Erste Arbeitserbnisse der einzelnen Arbeitspakete der Planungsstudie sind einsehbar.

Auf der conhIT präsentieren in diesem Jahr noch bis einschließlich Donnerstag rund 320 Aussteller aus 14 Ländern ihre IT-Lösungen für das Gesundheitswesen. Nach Angaben der Veranstalter ist die Zahl der Aussteller gegenüber der Vorjahresveranstaltung um 18 Prozent gewachsen. 21 Prozent der Aussteller kommen aus dem Ausland, das Partner­land ist in diesem Jahr Belgien.

In Berlin werde die gesamte Bandbreite der Healthcare-IT gezeigt, erläuterte Bernhard Calmer, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Gesundheits-IT (bvitg). Der Ver­band hatte die conhIT 2008 als Branchentreff initiiert. „Ob Fort- und Weiterbildung in Kongress und Akademie, Produktschau auf der Industriemesse oder intensiver Austausch im Rahmen der Networking-Veranstaltungen – auf der conhIT finden Besucher und Aussteller alle Angebote, die heute wichtig sind“, sagte Calmer.

Auch die Rekrutierung von geeignetem Nachwuchs ist ein Thema der Veranstaltung. Die IT-Abteilungen in den Krankenhäusern und die Softwarehersteller der Gesundheits­wirtschaft können den Bedarf an qualifizierten Fachkräften in der Medizinischen Informatik nicht mehr abdecken. Daher haben sich die im Gesundheitswesen aktiven IT-Verbände zur „Initiative für qualifizierten IT-Nachwuchs in der Gesundheitswirtschaft“, kurz INIT-G, zusammengeschlossen, berichtete Paul Schmücker, 1. Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS). Neben einer Jobbörse mit Stellenanzeigen der Aussteller und einem Karriere-Guide der Unternehmen gibt es spezielle Angeboten für Studierende, die sich über Ausbildungs- und Einstiegsmöglichkeiten in der Branche informieren möchten.

Die conhIT wird gemeinsam von den Branchenverbänden bvitg, GMDS, BVMI (Berufsverband Medizinischer Informatiker) sowie unter inhaltlicher Mitwirkung des Bundesverbandes der Krankenhaus-IT-Leiter und des Arbeitskreises der Leiter der Klinischen Rechenzentren der Universitätskliniken Deutschland gestaltet. © KBr/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

3. Juli 2020
Berlin – Die Digitalisierung im Gesundheitswesen kommt einen weiteren Schritt voran. Der Bundestag hat heute dem Patientendatenschutzgesetz (PDSG) zugestimmt, mit dem nun verbindliche Regelungen zur
Elektronische Patientenakte nimmt nächste Hürde
3. Juli 2020
Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) appelliert eindringlich an alle Ärzte und Psychotherapeuten, sich rechtzeitig um die nötige Technik für die kommenden Anwendungen der
Was Ärzte jetzt für die Tele­ma­tik­infra­struk­tur brauchen
3. Juli 2020
Berlin – Fast drei Viertel der Deutschen befürworten die geplante elektronische Patientenakte (ePA). Laut einer heute in Berlin veröffentlichten Umfrage des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller
Viele Deutsche befürworten elektronische Patientenakte
1. Juli 2020
Berlin – Zur Verbesserung der Versorgungsqualität sollen künftig auch die Kassenärztlichen Vereinigungen wie auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) digitale Innovationen fördern und diese
KBV soll digitale Innovationen finanziell fördern können
1. Juli 2020
Berlin – Im Zusammenhang mit der Coronapandemie hat die Digitalisierung der Medizin in Deutschland einen „erheblichen Schub“ erfahren. Diese Zwischenbilanz der vergangenen Monate zog Klaus Reinhardt,
Bundesärztekammer erwartet weiteren Digitalisierungsschub
1. Juli 2020
Berlin – Die Coronakrise hat telemedizinische Anwendungen verstärkt in den Blick gerückt. Auch in der Suchttherapie gewinnen Möglichkeiten der kontaktlosen Behandlung zunehmend an Bedeutung, wenn auch
Suchtmedizin: Kontaktlos die Therapietreue erfassen
30. Juni 2020
Berlin – Die Gematik hat heute ein Dokumentenpaket mit Vorgaben zur Weiterentwicklung der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) veröffentlicht. Darin enthalten sind auch Spezifikationen für das elektronische
VG WortLNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER