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Politik

Ärzte und Kirchen kritisieren Entwurf für ein Sterbehilfegesetz

Mittwoch, 10. April 2013

Berlin ­ – Der derzeit intensiv diskutierte „Gesetzentwurf zur Strafbarkeit der gewerbs­mäßigen Förderung der Selbsttötung“ ist von der Bundes­ärzte­kammer, der Deutschen Bischofskonferenz und dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in einem gemeinsamen Gespräch zu Fragen der Medizinethik heute kritisiert worden. Man war sich darin einig, dass ein Verbot lediglich des gewerbsmäßigen, also gewinn­orientierten Handelns im bisherigen Gesetzentwurf zu kurz greife.

Eine solche Engführung könne den Eindruck erwecken, alle nicht kommerziellen Formen seien als legitim zugelassen. Die Beteiligten betonten außerdem, dass eine Mitwirkung von Ärzten beim Suizid dem ärztlichen Ethos widerspreche und ethisch nicht zu recht­fertigen sei. Eine rechtliche Einschränkung der Garantenpflicht des Arztes wurde zurückgewiesen.

Einig war man sich auch darin, dass die Organspende ein für viele hoffnungsstiftender Weg sei, um Leben zu retten. Die Organspende sei nach ihren gesetzlichen Voraus­setzungen und Regeln den Prinzipien der Gerechtigkeit und der Chancengleichheit bei der Organzuteilung verpflichtet.

Dass diese eingehalten würden, darüber wachten offizielle Einrichtungen und unab­hängige Stellen. Sie hätten mit verschärften Kontrollen und neuen Sicherheits­vorkehrungen auf die jüngst bekannt gewordenen Unregelmäßigkeiten bei Transplantationen in einigen wenigen Kliniken reagiert, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung. Die Delegationen sprachen sich dafür aus, die Information und Aufklärung über Organspenden und Organverteilung zu intensivieren.

In einer intensiven Diskussion traten die Delegationen auch in einen ersten Meinungs­aus­tausch zu den medizinisch-wissenschaftlichen und ethischen Aspekten der „Pille danach“ ein und beschlossen, dieses Thema in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe eingehend aufzuarbeiten.

An dem Spitzengespräch hatten unter anderem der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, der Vorsitzende des Rates der EKD, Nikolaus Schneider, und der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Frank Ulrich Montgomery, teilgenommen. © Kli/aerzteblatt.de

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yotoo
am Sonntag, 14. April 2013, 22:17

Ethisch nicht zu rechtfertigen?

Soll das ein Witz sein? Einem todkranken, hilflosen Menschen zu verwehren, sein eigenes Leben selbstbestimmt zu beenden, das ist ethisch nicht zu rechtfertigen. Ich bin kein Fachmann im Bezug auf das Berufsethos eines Arztes, aber Leben trotz großem Leid zwanghaft zu erhalten halte ich für hochgradig unethisch.
w.strecker
am Freitag, 12. April 2013, 11:25

Selbstbestimmungsrecht beachten

Hilflose Menschen können naturgemäß nur mit fremder Hilfe (z.B.am Besten durch
seriöse Ärzte) ihre Selbstbestimmung realisieren.
Es ist beängstigend feststellen zu müssen, wie eine unheilige Allianz von Ärztevertretern und Kirchen das Selbstbestimmungsrecht gerade schwerstleidender Menschen grob mißachtet.
Eine simplifizierende, fundamentalisische Moral macht es halt sehr einfach, sich von
schwerwiegenden Problemen der Menschen zu distanzieren.

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