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Medizin

Herzbelastung bei Radiotherapie gesunken

Montag, 15. April 2013

Stuttgart – Innovationen der vergangenen Jahre in der Strahlentherapie bei Brustkrebs haben dafür gesorgt, dass die Behandlung mit einer geringeren Strahlendosis auskommt. „Die Bestrahlung wird exakt geplant und mit modernen Geräten durchgeführt. Damit ist die Strahlenbelastung innerer Organe gering“, erklärte heute die Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO). Sie nimmt damit Stellung zu einer Veröffentlichung im New England Journal (10.1056/NEJMoa1209825) vom März.

Experten der Universität Oxford hatten dort erklärt, dass das Risiko für Herztodesfälle nach der Bestrahlung bei Brustkrebspatientinnen erhöht sei. Zugrunde lagen die Krankenakten von fast 2.200 Frauen aus Dänemark und Schweden aus den Jahren 1958 bis 2001. „Das Ergebnis ist für uns nicht neu“, sagte Jürgen Dunst, Präsident der DEGRO und Direktor der Klinik für Strahlentherapie an der Universität Lübeck.

Schon seit Jahren sei aus anderen Meta-Analysen ein erhöhtes Risiko für Todesfälle infolge von Herzerkrankungen durch Bestrahlung bekannt, wenn die Therapie die Schwellendosis am Herzen überschreite. Insbesondere in den 1970er und 1980er Jahren seien die Strahlendosen am Herzen höher gewesen als heute. Die Frauen hatten daher ein höheres Risiko für Folgeerkrankungen.

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In der Studie nahm das Herzinfarktrisiko mit jedem Gray zu, also mit der Einheit der Strahlendosis. Die absolute Gefahr für die einzelne Frau ist laut der DEGRO jedoch gering. Denn nach den Studienergebnissen erleide eine heute 50 Jahre alte Frau bis zum Alter von 80 Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von 4,5 Prozent auch ohne Bestrahlung einen Herzinfarkt.

Durch die Bestrahlung mit einer Belastung des Herzens von drei Gray steige das Herzinfarktrisiko auf 5,4 Prozent. Darüber hinaus nehme das Risiko, an einem Herzinfarkt oder dessen Folgen zu sterben, nur um einen halben Prozentpunkt von 1,9 Prozent auf 2,4 Prozent zu. „Nur sehr wenige Patientinnen werden also selbst bei den alten Bestrahlungstechniken wie in Skandinavien infolge der Behandlung einen Herzschaden erleiden“, sagte Dunst.

Ohne die Bestrahlung würden jedoch viele der Frauen einen Rückfall erleiden oder an ihrem Brustkrebs sterben. Frauen, bei denen Ärzte nach einer brusterhaltenden Operation eine Bestrahlung empfehlen, sollten daher auf keinen Fall auf die Strahlentherapie verzichten. „Sie ist hier zwingend notwendig“, mahnte der DEGRO-Präsident. © hil/aerzteblatt.de

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