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Mehr Kunden, höhere Einlagen – doch keine Kapitalerhöhung bei der Apobank

Dienstag, 16. April 2013

Frankfurt – Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) hat 2012 einen Jahresüberschuss in Höhe von 45,4 Millionen Euro erwirtschaftet und damit das Vorjahresergebnis übertroffen (2011: 43,1 Millionen Euro). Vorbehaltlich der Zustimmung der Ver­tre­ter­ver­samm­lung wird die Bank ihren Mitgliedern eine Dividende von vier Prozent zahlen sowie darüber hinaus ihre Rücklagen und Reserven stärken.

Grundlage des guten Geschäftsergebnisses war auch im vergangenen Jahr die positive Entwicklung im Kerngeschäft der „Standesbank der Heilberufe“: So stieg die Zahl der Kunden um 5.100 gegenüber dem Vorjahr auf jetzt 365.000. Darüber hinaus hat die Apobank erneut Darlehen in Höhe von mehr als vier Milliarden Euro für Existenzgründungen, Praxis- und Apothekeninvestitionen sowie private Vorhaben vergeben.

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„Unsere Laborwerte sind wieder im Normbereich und zeigen keine Auffälligkeiten mehr“, zeigte sich Vorstandssprecher Herbert Pfennig heute vor der Presse in Frankfurt zufrieden mit den Aufräumarbeiten in den zurückliegenden Jahren: „Wir haben unsere Bank im wahrsten Sinne komplett neu geordnet.“ Die Zeit der Experimente gehöre jetzt der Vergangenheit an.

Deutliches Zeichen dafür ist der konsequente Abbau bei den hochriskanten „strukturierten Finanzprodukten“. Hier konnte die Bank das Volumen überplanmäßig auf 1,8 Milliarden Euro reduzieren (2011: 3,0 Milliarden Euro). „Damit liegen wir deutlich über unseren ursprünglichen Planungen, die ein Volumen von 2,5 Milliarden Euro für Ende 2014 vorsahen“, betonte Finanzvorstand Thomas Siekmann.

Eigenkapitalquote verbessert
Einhergehend mit diesem Risikoabbau habe die Genossenschaftsbank auch ihre Eigenkapitalquote nachhaltig verbessert, erläuterte Pfennig: „Das Kapital, das durch die strukturierten Finanzprodukte gebunden war, steht jetzt wieder zur Verfügung.“ Da auch die Zahl der Mitglieder wieder zugenommen habe (von 99.759 auf 100.332) und zudem viele Mitglieder ihre Anteile aufgestockt hätten – „vier Prozent Dividende sind ein gutes Argument in einer Niedrigzinsphase“ –, wolle man die Option einer Kapitalerhöhung zunächst nicht weiter verfolgen.

Zur Erinnerung: Im Juni 2012 hatte Vorstandssprecher Pfennig der Mitgliederver­sammlung eine Kapitalerhöhung vorgeschlagen, um mittelfristig die verschärften Eigenkapitalanforderungen an Kreditinstitute („Basel III“) zu erfüllen. Jetzt ist die Bank sicher, die Anforderungen auch ohne eine Kapitalerhöhung zu erfüllen. „Am Jahresende lag die Eigenmittelquote mit 14,4 Prozent um 1,4 Prozentpunkte über dem Vorjahr“, führte Finanzvorstand Siekmann aus. Und die Kernkapitalquote habe mit 10,4 Prozent fast zwei Prozentpunkte über dem Vorjahreswert gelegen.

Positiv beeinflusst worden seien die Kapitalquoten dabei auch von der Garantievereinbarung mit dem Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken. Siekmann: Die ursprüngliche Garantiehöhe konnten wir mittlerweile um über 40 Prozent reduzieren. Und es ist bisher auch zu keinem finanziellen Aufwand für den Verbund gekommen.“

Eigene Betreuungskonzepte für jede Lebensphase
Mit Blick auf das herausfordernde Umfeld zeigte sich Vorstandssprecher Pfennig zufrieden mit dem Jahresergebnis 2012 und betonte, dass die Bank ihre Markposition ausbauen und weiter wachsen wolle. Hierzu habe die Bank mit dem Zukunftsprogramm „VorWERTs 2012“ den Grundstein gelegt und ihr Alleinstellungsmerkmal weiter geschärft: „Wir haben unsere Spezialisierung auf die Heilberufler weiter vorangetrieben und für jede ihrer Lebensphasen – vom Studium über die Anstellung und Selbständigkeit bis hin zum Ruhestand – eigene Betreuungskonzepte etabliert.“ Mit dieser „Spezialisierung in der Spezialisierung“ biete die Apobank den Heilberuflern eine so individuelle Beratung wie kein anderes Institut.

2013 will die Bank in den weiteren Aufbau spezialisierter Beraterkapazitäten und die Qualifikation ihrer Mitarbeiter investieren. Gleichzeitig sollen die im Rahmen des Zukunftsprogramms eingeleiteten Maßnahmen zur Optimierung der Kostenstruktur weiter umgesetzt werden. Pfennig: „Ziel ist es, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachhaltig zu verbessern und die notwendigen finanziellen Spielräume zur Finanzierung des angestrebten Wachstums im Kerngeschäft zu schaffen.“

Insbesondere vor dem Hintergrund der anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen im Bankensektor erwartet die Bank, dass sich in 2013 der nochmals zunehmende Wettbewerb und die anhaltende Niedrigzinsphase deutlich zulasten der Erträge auswirken werden. Insgesamt plant die Bank, 2013 einen Jahresüberschuss auf Vorjahresniveau zu erzielen, der eine kontinuierliche Dividendenzahlung und die Stärkung der Rücklagen ermöglicht. © JF/aerzteblatt.de

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