NewsPolitikKliniken stellen sich auf ausländische Mitbürger ein
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Kliniken stellen sich auf ausländische Mitbürger ein

Dienstag, 16. April 2013

dpa

Düsseldorf – Die Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen (NRW) stellen sich zunehmend auf die Bedürfnisse von Patienten mit Migrationshintergrund ein. Die sogenannte Kultur­sensibilität ist für die Mehrzahl der Kliniken bereits jetzt ein wichtiges Thema, das künftig noch mehr an Bedeutung gewinnen wird. Das zeigt eine Studie des Deutschen Kranken­hausinstitutes (DKI). Initiiert und finanziert hat sie das Ministerium für Gesundheit, Eman­zipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA) sowie die Kranken­kasse „BKK vor Ort“, Bochum.

Zum Einsatz kam dabei ein Fragebogen, den 357 Allgemeinkrankenhäuser ab 50 Betten in NRW erhalten haben. An der Erhebung nahmen 57 Häuser teil, das entspricht 16 Prozent. „Die Strukturmerkmale der Teilnehmer, zum Beispiel Größe, Regionalität und Migrantenanteil im Einzugsgebiet, entsprechen denen der Grundgesamtheit, so dass die Ergebnisse im Grundsatz belastbar sind“, hieß es aus dem Ministerium und von der Kasse.

Anzeige

Laut der Studie bemühen sich viele Kliniken, ihre Mitarbeiter für den Umgang mit ausländischen Patienten zu schulen. In nahezu allen Krankenhäusern gebe es fremd­sprachiges Informationsmaterial. In vielen Fällen hätten Krankenhausmitarbeiter ebenfalls eine Migrationsgeschichte, ihre Sprach- und Kulturkompetenz nutzten die Kliniken oft aktiv.

Die meisten Krankenhäuser hielten Gebets- und Aufbewahrungsräume für Verstorbene mit unterschiedlicher religiöser Ausstattung bereit. Etwa jedes zweite Krankenhaus verfüge über ein Belegungsmanagement, das kulturelle, sprachliche oder religiöse Aspekte bei der Zimmerbelegung berücksichtige.

„Der demografische Wandel macht vor den kulturellen Wurzeln nicht halt. Wir müssen uns also auf eine zunehmende Inanspruchnahme medizinischer Leistungen durch Menschen mit Migrationsgeschichte einstellen“, sagte Reinhard Brücker, Vorstandsvorsitzender der BKK vor Ort.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hatten im Jahr 2011 in Deutschland rund 16 Millionen Menschen einen Migrationshintergrund – das sind 19,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Mehr als jeder Vierte von ihnen lebt in NRW. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

10. Juli 2020
Berlin – Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat „Empfehlungen für Gesundheitsämter zu Prävention und Management von COVID-19-Erkrankungen in Aufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften für
Flüchtlingsunterkünfte: Empfehlungen zu Prävention und Management von COVID-19
9. Juli 2020
Rom – Die italienische Küstenwache hat ein Fahrverbot für das deutsche Rettungsschiff „Sea Watch 3“ verhängt. Als Grund gab sie am Mittwochabend „technische und operative“ Sicherheitsmängel und
Italiens Küstenwache verhängt Fahrverbot für „Sea Watch 3“
7. Juli 2020
Brüssel – Auf der Suche nach einer Lösung für die Seenotrettung kommen die EU-Staaten nicht voran. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) betonte zwar heute nach Beratungen mit seinen
Seenotrettung: EU-Staaten finden keine Lösung
6. Juli 2020
Rom – Das private Rettungsschiff „Ocean Viking“ ist mit 180 Migranten an Bord vor dem Hafen von Porto Empedocle auf Sizilien eingetroffen. Dort sollen die aus Seenot geretteten Menschen nach
„Ocean Viking“ erreicht Hafen vor Sizilien
3. Juli 2020
Berlin – Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) nimmt die EU-Staaten bei der Seenotrettung in die Pflicht. „Vor dem Hintergrund des zu erwartenden Anstiegs der Abfahrten über den Sommer brauchen wir
Seehofer dringt auf mehr Beteiligung der EU-Staaten bei Seenotrettung
1. Juli 2020
New York – Angesichts der fortschreitenden Klimakrise macht Deutschland einen Vorstoß für ein entsprechendes Frühwarnsystem bei den Vereinten Nationen (UN). Die UN müsse in die Lage versetzt werden,
Deutschland will UN-Frühwarnsystem für Kampf gegen Klimakonflikte
25. Juni 2020
Berlin – Tausende Migranten klagen gegen eine deutsche Abschiebesonderregelung in der Coronakrise. Das geht aus einer Auskunft des Bundesinnenministeriums an die Bundestagsfraktion der Grünen hervor.
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER