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Medizin

Prostatakarzinom: Gen-Signatur steigert Rezidivrisiko

Dienstag, 16. April 2013

Boston – Ein Test, der die Expression von 32 Genen im Tumorgewebe bestimmt, hat in einer Studie in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS 2013; 110: 6121–6126) die Vorhersage von Rezidiven und Metastasen beim Prostatakarzinom deutlich verbessert.

Die Aggressivität des Prostatakarzinoms lässt sich durch Gleason-Score, Tumorstadium, Randschnitt und den präoperativen PSA-Wert nur sehr ungenau abschätzen. Einige Patienten entwickeln innerhalb kurzer Zeit Metastasen, bei anderen bleibt der Tumor über viele Jahre auf die Prostata beschränkt.

Chin-Lee Wu vom Massachusetts General Hospital in Boston und Mitarbeiter haben jetzt untersucht, ob eine Gen-Expressions-Analyse die Vorhersage verbessern kann. In einem ersten Schritt wurde in Gewebeproben von ungefähr 200 Patienten die Genexpression von mehr als 1.500 Genen untersucht. Die Proben stammten von Patienten, die sich zwischen 1993 und 1995 einer radikalen Prostatektomie unterzogen hatten und deren weitere Krankengeschichte bekannt war. Wu ermittelte 32 Gene, die einen Einfluss auf die Prognose zu haben schienen.

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In einer zweiten Studie wurde der 32-Gen-Index dann an einer anderen Kohorte von Patienten geprüft, die 1996 und 1997 operiert worden waren. Diese Validierung ergab, dass der 32-Gen-Index tatsächlich die Vorhersage verbesserte. Von den Patienten mit einem hohen Risiko erlitten 47 Prozent ein Tumorrezidiv, bei 14 Prozent wurden Metas­tasen gefunden. Unter den Patienten mit einem intermediären Risiko kam es bei 22 Prozent zum Rezidiv und bei 2 Prozent zu Metastasen.

In einer dritten Gruppe, in der der Index ein niedriges Risiko anzeigte, kam es in keinem Fall zum Rezidiv oder zu Metastasen. Eine weitere Untersuchungen ergab, dass die Gen-Signatur auch aufgrund der Biopsie-Resultate eine gute Vorhersage erlaubte. Da alle Patienten prostatektomiert wurden, bleibt unklar, ob der Test zur Selektion von Patienten verwendet werden kann, denen in einer „Wait and See“-Strategie zunächst eine Operation erspart werden kann. © rme/aerzteblatt.de

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