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Medizin

Rückenlage im Schlaf begünstigt Totgeburten

Dienstag, 16. April 2013

Ann Arbor – Eine Studie aus Ghana bestätigt eine alte Annahme über den Einfluss der Schlafposition auf den Verlauf der Schwangerschaft. Laut der Studie im International Journal of Gynecology & Obstetrics (2013; doi:10.1016/j.ijgo.2013.01.013) könnte in Subsahara-Afrika ein Viertel aller Totgeburten verhindert werden, wenn Schwangere nicht auf dem Rücken schliefen.

Wenn Schwangere auf dem Rücken liegen, komprimiert der Uterus die Vena cava inferior. Das Problem verstärkt sich mit zunehmender Schwangerschaftsdauer. Die Störung des venösen Rückflusses führt nicht nur bei den Schwangeren zu Beschwerden. Auch die Blutversorgung des Feten ist vermindert. Da die Rückenlage das Schnarchen begünstigt, kann über ein Schlafapnoe-Syndrom zusätzlich die Sauerstoffversorgung eingeschränkt werden.

Eine mögliche Folge ist eine Totgeburt, wie die Umfrage unter 220 Frauen zeigt, die an einer Klinik in Ghana kurz nach der Entbindung durchgeführt wurde. In Ghana sind wie allgemein in Subsahara-Afrika Totgeburten häufig. Auf 1.000 Kinder kommen 20 bis 50 Fälle. In westlichen Ländern sind es nur 2 bis 5 auf 1.000 Kinder.

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Einer der Gründe könnte die Rückenlage der Schwangeren sein. Das Team um Louise O'Brien vom Sleep Disorders Center der Universität von Michigan in Ann Arbor, ermittelte eine Odds Ratio von 8,0, die bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,5 bis 43,2 das Risiko zwar nur sehr ungenau angibt. Das Ergebnis war aber statistisch signifikant. O'Brien verweist zudem auf eine frühere Fall-Kontroll-Studie aus Neuseeland, die zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen war.

Wenn die Berechnungen der Forscherin zutreffen, könnte in Ghana eine von vier Totgeburten die Folge einer ungünstigen Schlafposition sein. Die Rückenlage war zudem ein signifikanter Risikofaktor für eine Mangelgeburt (Odds Ratio 5,0; 1,2–20,2). O'Brien kann auch zeigen, dass Schnarchen während der Schwangerschaft ein unabhängiger Risikofaktor für eine Prä-Eklampsie ist (OR 3,5; 1,4-8,5).

© rme/aerzteblatt.de

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