Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Bahr will andere Auswahl zukünftiger Mediziner

Donnerstag, 18. April 2013

Andreas Köhler (l.) und Daniel Bahr /Lopata

Berlin – Er will noch lange Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter sein, das hat Daniel Bahr (FDP) immer wieder bekräftigt. Was er dann unter anderem erwarte, machte er gestern beim Besuch der „Messe Versorgungsinnovationen“ der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in Berlin klar: Er wünsche sich mehr Ehrgeiz und mehr Impulse, um Innovationen in der Versorgung voranzutreiben, sagte Bahr. Nach seinem Rundgang über die Stände, deren Aussteller Anreizmodelle kooperativer Versorgung präsentierten, lobte er zwar: „Ich habe sehr interessante Projekte gesehen.“ Die Möglichkeiten, die aber beispielsweise das GKV-Versorgungsstrukturgesetz einräume, solle man noch stärker nutzen.

Dass ihm auch das Tempo der gemeinsamen Selbstverwaltung nicht gefällt, verschwieg der Minister ebenfalls nicht. Vom Stand der Umsetzung der ambulanten spezial­fach­ärztlichen Versorgung (ASV) sei er „ein bisschen enttäuscht“, sagte Bahr. Er räumte ein, dass die gesetzgeberischen Vorgaben durch Kompromisse mit den Bundesländern manches erschwerten, mahnte aber auch: „Wir brauchen die niedergelassene Fachärzteschaft in der Versorgung, und trotzdem müssen wir die Sektorengrenzen überwinden.“ Gelinge dies bei der ASV nicht, „dann wird der Druck, die Krankenhäuser für die ambulante Versorgung zu öffnen, immer größer.“

Einen ganz anderen Druck sprach Messe-Gastgeber Andreas Köhler an. Der KBV-Vor­standsvorsitzende kritisierte, in den politischen Auseinandersetzungen sei wenig Engagement dafür zu erkennen, in Zukunft mehr Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu gewinnen. KBV-Vorstand Regina Feldmann hatte unlängst bemängelt, die Universitäten räumten den Versorgungserfordernissen bei der Ausbildung nicht den nötigen Stellenwert ein.

Bahr machte der KBV keine Hoffnungen, dass sich in dieser Legislaturperiode noch etwas ändern werde. Für die Aus- und Weiterbildung seien zudem die Länder zuständig. Der Minister bekräftigte aber: „Wir müssen zu einer anderen Auswahl der Mediziner kommen.“ Man brauche nicht die Besten eines Abiturjahrgangs, „die jungen Einsteins“, sondern diejenigen, die in die Versorgung wollten. © Rie/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

22.05.17
KBV konkretisiert Forderungen für den Bundestagswahlkampf
Freiburg – In der ersten Vertreterversammlung (VV) der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) nach der Wahl der Vorsitzenden und des KBV-Vorstandes verabschiedeten die Delegierten einen......
22.05.17
Ausbau klinischer Notfallstrukturen wäre „gesundheits­politischer Amoklauf“
Freiburg – Der ärztliche Bereitschaftsdienst gehört in die Hände niedergelassener Ärzte. Das hat der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Stephan......
22.05.17
KBV will Chancen der Digitalisierung sinnvoll nutzen
Freiburg – Als einmalige Datenautobahn für mehr als 100.000 Nutzer schafft das Sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen (SNK) beste Voraussetzungen für den digitalen Wandel im Gesundheitswesen.......
19.05.17
KBV-Plakatkampagne mit neuen Motiven
Berlin – Die Kampagne „Wir arbeiten für Ihr Leben gern“ von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) geht in die nächste Runde. Die neuen Plakatmotive stellen......
12.05.17
Berlin – Thomas Kriedel, drittes Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), zieht nach den ersten zwei Monaten im Amt eine positive Bilanz. Es habe sich bislang erfüllt, was er......
18.04.17
„Wir brauchen Beinfreiheit für flexible Lösungen“
Berlin – Handlungsfreiheit für flexible Problemlösungen gegen Mangelsituationen in den deutschen Versorgungsregionen und gemeinsame Anstrengungen aller Leistungsträger in der Aus- und Weiterbildung......
05.04.17
Berlin – Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) fordert, die Strukturen der medizinischen Versorgung entsprechend dem demografischen Wandel zu verändern. „Wir stehen vor......
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige