NewsÄrzteschaftÄrzte in Westfalen-Lippe empört über Schiedsamt – Ver­tre­ter­ver­samm­lung abgebrochen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Ärzte in Westfalen-Lippe empört über Schiedsamt – Ver­tre­ter­ver­samm­lung abgebrochen

Montag, 22. April 2013

Dortmund – Mit „Wut und Enttäuschung“ haben die Delegierten der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe auf die Entscheidung des Schiedsamtes zur Gesamtvergütung für ambulante Leistungen reagiert. Das Schiedsamt unter dem Vorsitz des ehemaligen Richters am Landessozialgericht Jürgen Burghardt hatte am 18. April entschieden, das Finanzniveau für die ambulante Versorgung in Westfalen-Lippe nicht an die tatsächliche Morbidität anzupassen.

In Anbetracht der Situation verzichtete der Erste Vorsitzende der KV, Wolfgang-Axel Dryden, bei der Ver­tre­ter­ver­samm­lung am vergangenen Samstag auf einen eigenen Bericht zur Lage. Stattdessen informierte der Zweite KV-Vorsitzende Gerhard Nordmann die Mitglieder der Ver­tre­ter­ver­samm­lung über den Ausgang des Schiedsamtsverfahrens.

„Ich finde es unglaublich und bin empört darüber, dass das Schiedsamt in nahezu gutsherrenartiger Manier entschieden und keines unserer Argumente gehört hat. In meinen Augen ist der Schiedsspruch eine große Gefahr für die ambulante Versorgung in Westfalen-Lippe“, sagte Nordmann. Die Delegierten verabschiedeten eine Resolution zu dem Schiedsamtsverfahren und brachen die Versammlung danach aus Protest ab.

Anzeige

„Mit dem Schiedsspruch in Westfalen-Lippe wird die ärztlich und psychotherapeutisch geleistete Arbeit zur Versorgung von Erkrankten künftig noch schlechter bezahlt als bisher“, heißt es in der Resolution. Die KV-Delegierten betonen darin, dass die Patienten in Westfalen-Lippe den gleichen Anspruch auf ärztliche und psychotherapeutische Leistung haben wie in anderen Bundesländern.

KV-Vorstandsmitglied Thomas Kriedel skizzierte das weitere Vorgehen der KV in der Honorarfrage: „Zum einen werden wir gegen diesen unhaltbaren Schiedsspruch klagen. Darüber hinaus lassen wir alle verfügbaren politischen Drähte glühen, um die angekündigte Unterstützung der Gesundheitspolitiker einzufordern. Der dritte Ansatz sind weitere bilaterale Gespräche mit den Krankenkassen, die wir ebenfalls nicht aus ihrer Verantwortung für die ambulante Versorgung in Westfalen-Lippe entlassen werden“, so Kriedel. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

26. Juni 2020
Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat ihre Forderung nach einer besseren Vergütung von Hausbesuchen erneut unterstrichen und die Preispolitik der Kassen scharf kritisiert: Mit 23
KBV fordert bessere Bezahlung ärztlicher Hausbesuche
23. Juni 2020
München – Eine höhere Vergütung von Hausbesuchen mahnt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Bayerns an. Laut dem Vorstand der KV ist die Blockadehaltung der Krankenkassen „kontraproduktiv für eine
KV Bayerns mahnt höhere Vergütung von Hausbesuchen an
18. Juni 2020
Dresden – Ärzte und Psychotherapeuten, die in unterversorgten oder unzureichend versorgten Regionen Sachsens tätig werden wollen, erhalten ab 1. Juli mehr Geld. Der Landesausschuss der Ärzte und
Sachsen: Mehr Geld soll Ärzte in unterversorgte Regionen locken
18. Juni 2020
Berlin – Ärzte des Caritasverbandes erhalten rückwirkend zum 1. Januar diesen Jahres mehr Geld. Die Gehälter der rund 30.000 bei dem Verband angestellten Mediziner steigen demnach um 6,6 Prozent, wie
Caritas-Ärzte erhalten rückwirkend mehr Lohn
19. Mai 2020
München – Die Fallzahlen in Bayerns Praxen sind nach Ausrufung des Katastrophenfalls in Bayern Mitte März deutlich zurückgegangen – je nach Fachgruppe um 25 bis 75 Prozent gegenüber dem
Arztbesuche: Fallzahlen in Bayerns Praxen zurückgegangen
22. April 2020
Düsseldorf − Tausenden Arztpraxen in Nordrhein-Westfalen (NRW) drohen nach Einschätzung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein wegen der Coronakrise Umsatzeinbußen. „Ich gehe davon aus,
Coronakrise führt zu Umsatzeinbußen der Praxen in Nordrhein
21. April 2020
Berlin – Die Honorare für privatärztliche Behandlungen brechen aufgrund der Coronapandemie erheblich ein. Das zeigen erste Auswertungen des Verbandes der Privatärztlichen Verrechnungsstellen (PVS).
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER