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Kritik an angeblichem deutsch-polnischen Embryonenhandel

Montag, 22. April 2013

Warschau – Polens Justizminister Jaroslaw Gowin beschuldigt eine polnische Privatklinik des Handels mit menschlichen Embryonen. Die Embryonen seien für wissenschaftliche Experimente, die in der Regel zum Tod geführt hätten, nach Deutschland verkauft worden, zitierte die Tageszeitung Gazeta Wyborcza vom Montag den Politiker.

Die Staatsanwaltschaft in Poznan (Posen) prüft derzeit den Fall. Die Klinik Lexum in der westpolnischen Stadt hatte laut Medienberichten selbst Strafanzeige erstattet, weil unter der früheren Klinikleitung möglicherweise durch künstliche Befruchtung erzeugte Embry­onen zerstört worden seien. Polens Regierungssprecher Pawel Gras distanzierte sich von Gowins Vorwürfen. Er halte dies für „wenig wahrscheinlich oder sogar ausge­schlossen“, sagte er dem polnischen Radiosender „RMF FM“.

In Polen gibt es anders als in Deutschland kein Embryonenschutzgesetz. Experten bezweifeln deshalb ein Einschreiten der Justiz angesichts der aktuellen Vorwürfe. In Deutschland ist jede Forschung verboten, die menschliche Embryonen zerstört.

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Künstliche Befruchtung wird in Polen seit 25 Jahren ohne Einschränkungen praktiziert. Ab Juli will die Regierung Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch drei Viertel der Kosten für In-vitro-Behandlungen erstatten. Bisher müssen Paare sie aus eigener Tasche bezahlen. Nur die Stadtverwaltung von Czestochowa (Tschenstochau) bezahlt bislang künstliche Befruchtungen. © kna/aerzteblatt.de

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