NewsÄrzteschaftHausärzteverband lehnt geplante Honorarreform ab
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Hausärzteverband lehnt geplante Honorarreform ab

Dienstag, 23. April 2013

Ulrich Weigeldt Lopata

Berlin – Der Deutsche Hausärzteverband (HÄV) hat sich gegen die von der Kassen­ärztlichen Bundesvereinigung (KBV) geplante Reform des Einheitlichen Bewertungs­maßstabs (EBM) ausgesprochen. Zum einen verlangt der HÄV-Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt eine saubere Trennung der Honorartöpfe für Haus- und Fachärzte „ohne irgendwelche Öffnungsklauseln“, die in der Folge auch getrennt weiterentwickelt werden. Außerdem müssten die zu Unrecht aus dem hausärztlichen Topf mitfinanzierten Vorwegabzüge zur Stützung von Psychotherapie und O III Labor zurückgeführt werden.

Eine unterschiedliche Vergütungssystematik für sogenannte typische und atypische Hausärzte lehnte er ab. „Die hausärztliche Grundversorgung muss gefördert werden. Da haben wir keinen Zielkonflikt“, erklärte Weigeldt am Dienstag in Berlin. „Das kann man aber nicht allein über den EBM regeln.“ Jede Honorarreform führe zu internen Umverteilungen. „Dabei ist nie klar, wer der Gewinner und wer der Verlierer ist“, so der Verbandsvorsitzende.

Anzeige

Die EBM-Reform sei auch das beherrschende Thema der Delegiertenkonferenz des Hausärzteverbandes am vergangenen Wochenende in Wolfsburg gewesen, die dem vorliegenden Konzept eine klare Absage erteilt habe. „Das heißt aber nicht, dass wir unsere konstruktive Mitarbeit verweigern“, betonte Weigeldt.

Mit Blick auf den Deutschen Ärztetag im Mai in Hannover setzte sich der Hausärzte-Chef auch kritisch mit der geplanten Reform der (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung ausein­ander. Künftig soll bei der Weiterbildung zum Facharzt die Definition von Kompetenzen im Vordergrund stehen und nicht die Erfüllung von Richtzahlen oder Weiterbildungs­zeiten. „Das können wir uneingeschränkt begrüßen“, erklärte Weigeldt. Allerdings bilde das Konzept der Kompetenz-Ebenen, nach der die künftige Weiter­bildungs­ordnung strukturiert werden soll, die hausärztliche Medizin nicht angemessen ab.

Weigeldt kritisierte zudem das Verfahren, nach dem sich Fachgesellschaften und Berufsverbände über eine Online-Plattform an der Erarbeitung der Weiterbildungsinhalte beteiligen können. Dabei erhalten die Fachgesellschaften das Schreib- und die Berufsverbände das Kommentarrecht. „

Darüber müssen wir auf dem Ärztetag noch einmal diskutieren“, sagte Weigeldt. Zwar habe sich der Hausärzteverband mit der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin darauf einigen können, das Schreibrecht gemeinsam auszuüben. Das sei aber gewiss nicht in allen Facharztgruppen so.

Ein weiteres großes Problem ist aus Sicht Weigeldts, dass Teile der Weiterbildung im Krankenhaus nicht mehr abgebildet werden können. Zum einen hätten sich die Liegezeiten in den Kliniken drastisch verkürzt, zum anderen würden manche Leistungen nur noch ambulant erbracht. Weigeldts Fazit: „Wir brauchen die ambulante Weiterbildung.“ © HK/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #526820
graubaum
am Samstag, 29. Juni 2013, 13:06

Neuer Hausarzt EBM

Es bleibt dabei: Umverteilung, Löcher aufreißen, Löcher stopfen. Dabei geht den Verantwortlichen in KBV, Kassen und Politik weiter Zeit verloren planbare und sichere
Voraussetzungen für eine Grundversorgung einer immer älter werdenden Bevölkerung zu schaffen. Junge Ärzte wird man damit nicht als Hausärzte gewinnen, man wird wohl mehr Geld in die Hand nehmen müssen, Geld, das jetzt schon ausgeben wird für unnötige Fahrten ins Krankenhaus, weil der Patient keine Hilfe mehr vor Ort findet. Mein Appell an die Verantwortlichen: Hört auf mit dem EBM basteln, schafft planbare und ausreichende finanzielle Bedingungen, das die Niederlassung als Hausarzt nicht zum finanziellen Harakiri für junge Ärzte wird.
LNS

Nachrichten zum Thema

3. Juli 2020
Berlin – Zuschüsse für Praxen, die Ärzte in Weiterbildung beschäftigen, fordert der Berufsverband der Deutschen Urologen (BvDU). „Um künftig den wachsenden Bedarf an urologischen Fachärzten decken zu
Urologen wollen Unterstützung für ambulante Weiterbildung
2. Juli 2020
Berlin – In der Hochphase der Coronapandemie haben die niedergelassenen Ärzte mehr Hausbesuche gemacht als in der gleichen Zeit im Vorjahr. Das geht aus einer vorläufigen Datenanalyse des
Zahl der Hausbesuche in der Coronakrise gestiegen
2. Juli 2020
Stuttgart – Die Prüfung zum Allgemeinmediziner war 2019 in Baden-Würtemberg die häufigste Facharztprüfung. Das geht aus der aktuellen Ärztestatistik 2019 der Lan­des­ärz­te­kam­mer hervor, die jetzt
Allgemeinmedizin häufigste Facharztprüfung in Baden-Württemberg
26. Juni 2020
Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat ihre Forderung nach einer besseren Vergütung von Hausbesuchen erneut unterstrichen und die Preispolitik der Kassen scharf kritisiert: Mit 23
KBV fordert bessere Bezahlung ärztlicher Hausbesuche
23. Juni 2020
München – Eine höhere Vergütung von Hausbesuchen mahnt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Bayerns an. Laut dem Vorstand der KV ist die Blockadehaltung der Krankenkassen „kontraproduktiv für eine
KV Bayerns mahnt höhere Vergütung von Hausbesuchen an
22. Juni 2020
Potsdam – Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Brandenburg hat eine neue Weiter­bildungs­ordnung (WBO) verabschiedet. Die Kammerdelegierten orientierten sich bei ihrer Entscheidung im Wesentlichen an der 2018 von der
Weiter­bildungs­ordnung in Brandenburg beschlossen
18. Juni 2020
Dresden – Ab kommenden Jahr gilt in Sachsen eine neue ärztliche Weiter­bildungs­ordnung (WBO). Das haben die Mandatsträger der Sächsischen Lan­des­ärz­te­kam­mer (SLÄK) auf dem 30. Sächsischen Ärztetag Mitte
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER