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Mögliche Schließung der Universitätsmedizin Halle stößt auf Widerstand

Dienstag, 23. April 2013

Universitätsklinikum Halle /dpa

Halle/Magdeburg – Die von der Landesregierung Sachsen Anhalt angedachte Schließung der Universitätsklinik Halle stößt bei Ärztekammer und Universitätsmedizin auf Unverständnis. „Wer über eine Schließung ernsthaft nachdenkt, ignoriert die Probleme im Land“, betonte Simone Heinemann-Meerz, Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt.

Laut Berichten der Mitteldeutschen Zeitung hatte das Finanzministerium angeregt, das Universitätskrankenhaus in Halle zu schließen, da sich das steuerschwache Land nicht zwei medizinische Fakultäten und Universitätskliniken leisten könne.

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Wie die Hochschulmedizin Halle ist auch die Lan­des­ärz­te­kam­mer davon überzeugt, dass der Wegfall eines der beiden medizinischen Hochschulstandorte „fatal für die ärztliche Versorgung im Land“ wäre. Laut Universitätsmedizin Halle müssen landesweit jährlich 200 bis 230 Ärzte durch altersbedingtes Ausscheiden ersetzt werden. Gleichzeitig liege die Schwundquote bei den frisch ausgebildeten Ärzten bei 50 Prozent.

„Das heißt, nur zwei Medizinische Fakultäten in Sachsen-Anhalt können den Bedarf an Ärzten decken“, heißt es in der Stellungnahme der Universitätsmedizin. Zudem bilde die Universitätsklinik eine zentrale Säule für die Behandlung von Patienten mit schweren oder seltenen Erkrankungen und übernehme durch die Zentrale Notaufnahme die Aufgaben von etwa 15 Hausärzten, die im südlichen Sachsen-Anhalt bereits jetzt fehlten. Zudem sei sie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region.

Auch die Ärztekammer Sachsen-Anhalt hält die Argumentation des Landes, dass zwei Fakultäten nicht erforderlich seien, nicht zuletzt aufgrund des zunehmenden Ärztemangels für kurzsichtig. Kammerpräsidentin Heinemann-Meerz will nun mit dem neuen Wissenschafts- und Wirtschaftsminister Hartmut Möllring eine zukunftsgesicherte und dauerhafte Lösung für die Universitätskliniken erörtern. „Wir hoffen, dass er die Ausbildung des medizinischen Nachwuchses, den wir so dringend brauchen, bei allen Spardiktaten nicht aus den Augen verliert“, appellierte sie. © hil/aerzteblatt.de

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