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Medizin

Soziale und berufliche Nachteile nach Meningitis

Mittwoch, 24. April 2013

Kopenhagen – Wer als Kind an einer bakteriellen Meningitis erkrankt, schafft später seltener einen höheren Schulabschluss und bleibt im Erwerbsleben oft erfolglos. Dies zeigt eine landesweite Kohortenstudie aus Dänemark im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2013; 309: 1714-1721).

Eine Meningitis mit Meningokokken, Pneumokokken oder Haemophilus influenzae hinterlässt, wenn sie überlebt wird, häufig bleibende Schäden. Zu den bekannten Folgen zählen ein Hörverlust und Anfallsleiden. Es kann aber auch zu motorischen Defiziten und kognitiven Einschränkungen kommen, die die schulische und spätere berufliche Karriere beeinträchtigen.

Casper Roed von der Universitätsklinik Kopenhagen hat die Auswirkungen der Erkrankungen an 2.784 Kindern untersucht, die in den Jahren 1977 bis 2007 an einer bakteriellen Meningitis erkrankt waren.

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Für alle drei Meningitis-Ursachen kann Roed negative Auswirkungen auf den schulischen Erfolg nachweisen. Besonders deutlich war dies nach Erkrankungen durch Meningokokken und Pneumokokken: Die Kinder schafften zu 11 Prozent und 10,2 Prozent seltener einen höheren Schulabschluss (12 Jahre) als die Normalbevölkerung.

Ein Hochschulabschluss wurde zu 7,9 und 8,9 Prozent seltener erreicht. Doch auch nach einer H. influenzae-Meningitis leidet die schulische Laufbahn. Der höhere Abschluss wurde zu 5,5 Prozent seltener und ein Hochschulabschluss zu 6,5 Prozent seltener erreicht.

Auch Nachteile in der beruflichen Laufbahn kann Roed nachweisen. Nach einer Meningitis durch Meningokokken, Pneumokokken oder H. influenzae standen die ehemaligen Patienten zu 3,8 Prozent, 10,6 Prozent und 4,3 Prozent seltener als der Bevölkerungsdurchschnitt wirtschaftlich auf eigenen Beinen, und sie bekamen zu 1,5 Prozent, 8,7 Prozent und 3,7 Prozent häufiger vorzeitige Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit.

Roed schlägt vor, Kinder nach einer überstandenen bakteriellen Meningitis bis ins Erwachsenenalter zu betreuen, und ihnen gegebenenfalls psychosoziale Unterstützung anzubieten. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #749835
Resculady
am Samstag, 7. Juli 2018, 02:19

Soziale und berufliche Nachteile nach Meningitis

Ich selbst hatte als Kind 10 Meningitis. Habe mehrere Berufsabschlüsse, mit 40 nochmal ein Studium sehr erfolgreich absolviert und stand stets gut im Berufsleben da. Mein Wissen ist sehr breit gefächert. Man ist erstaunt, was ein Mensch alles wissen kann, trotz zweimaliger Meningitis. Vermutlich waren die Probanden schon von Natur aus, nicht mit den notwendigen Voraussetzungen ausgestattet.
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