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Medizin

USA: Häufig Schussverletzungen von Kindern im Haushalt

Mittwoch, 24. April 2013

dpa

Aurora – Amokläufe an Schulen wie jüngst in Newtown erschüttern immer wieder die Medien. Eine weitaus größere Zahl von Todesfällen oder Verletzungen treten jedoch im häuslichen Bereich auf, wie der Blick auf zwei Traumazentren im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2013; 309: 1683-4) zeigt.

Nach dem zweiten Verfassungszusatz hat jeder US-Amerikaner das Recht, eine Waffe zu besitzen. Dies schließt natürlich Kinder und Jugendliche aus, doch in vielen US-Familien kommt es immer wieder zu Unfällen mit Schusswaffen. Von den 6.920 Kindern, die zwischen 2000 und 2008 an zwei Traumazentren in Denver und Aurora im US-Staat Colorado behandelt wurden, hatten nicht weniger als 129 Kinder oder fast 2 Prozent ihre Verletzungen durch Schusswaffen erlitten, wie Angela Sauaia von der University of Colorado recherchiert hat.

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Bei dieser Analyse waren die Opfer der beiden Amokläufe an der Columbine High School von 1999 (12 Tote, 21 Verletzte) und in einem Kino in Aurora von 2012 (12 Tote, 58 Verletzte) nicht einbezogen. Es handelte sich in der Regel um einzelne Unfälle. Der Zugriff zu ungesicherten, geladenen Waffen ist in US-Familien ein ungelöstes Problem, meint Sauaia, die ihre Studie aus eigener Tasche finanzieren musste.

Die Studie ist nicht umfassend. Die beiden Traumazentren decken zwar einen großen Bereich der beiden Städte ab. Kinder, die noch am Ort des Traumas sterben, werden nicht erfasst, und kleinere Verletzungen werden zumeist andernorts versorgt.

Schusswaffenverletzungen sind häufig schwerwiegender als andere Unfälle: Jedes zweite Kind musste auf Intensivstation behandelt werden, 13,2 Prozent der Patienten starben an den Folgen der Verletzungen. Die Sterberate war damit zehn Mal so hoch wie bei anderen Verletzungen.

In einer früheren Untersuchung aus dem Jahr 1993 hatte Sauaia herausgefunden, dass 42 Prozent aller Todesfälle (nicht nur bei Kindern) an Traumazentren in Denver auf Schusswaffen zurückzuführen waren gegenüber 26 Prozent nach Verkehrsunfällen. © rme/aerzteblatt.de

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