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Rhön-Klinikum AG: Mehr Patienten, weniger Gewinn, weniger Dividende

Donnerstag, 25. April 2013

dpa

Frankfurt/Main – Obwohl sowohl die Patientenzahlen (plus 12,2 Prozent auf 2,6 Millionen) als auch der Umsatz (plus 9,0 Prozent auf 2,86 Milliarden Euro) der Rhön-Klinikum AG 2012 deutlich gestiegen sind, brach der Konzerngewinn der börsennotierten Klinikkette im Vorjahr um 42,9 Prozent auf 92 Millionen ein. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung werden der Vorstand und der Aufsichtsrat der Haupt­ver­samm­lung am 12. Juni eine Dividende von 25 Cent je Aktie vorschlagen, für 2011 hatte Rhön seinen Aktionären noch 45 Cent je Aktie gezahlt.

Rhön-Vorstandsvorstandsvorsitzender Martin Siebert führte den Gewinnrückgang heute vor der Presse in Frankfurt/Main auf Rückschläge bei der Restrukturierung des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM), Sonderbelastungen im Zuge des Übernahmeangebots von Fresenius, den allgemein gestiegenen regulatorischen Druck auf die Krankenhäuser sowie den negativen Beitrag der 2012 erstmals konsolidierten Dr. Horst Schmidt Kliniken in Wiesbaden zurück.

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Die Zuspitzung der Entwicklung am UKGM sei auch auf verschiedene, vor sieben Jahren bei der damaligen Privatisierung kaum vorhersehbare Änderungen der gesundheits­politischen Rahmenbedingungen zurückzuführen, wie der systembedingten Deckelung beim Mengenwachstum und den überdurchschnittlich gestiegenen Tariflöhnen, führte Siebert aus: „Aber eben nicht nur.“ Auch Rhön habe einen Beitrag zur unerfreulichen Entwicklung geleistet, beispielsweise durch die zahlreichen Wechsel in der Geschäfts­führung, räumte der Konzernchef ein.

Kostensituation im Ergebnis unbefriedigend
Trotz des ereignisreichen und schwierigen Geschäftsjahres 2012 seien der Umsatz und die Patientenzahlen aber weiterhin konstant gestiegen, hob Siebert hervor: „Die weiterhin hohe Attraktivität unserer Leistungen wird durch diesen Vertrauensbeweis eindeutig gestärkt.“ Gleichwohl sei die Kostensituation im Ergebnis insgesamt unbefriedigend. „Die Rhön-Klinikum AG hat weder ein Wachstumsproblem, noch ein Patientenproblem, derzeit aber ein Profitabilitätsproblem“, ergänzte Finanzvorstand Jens-Peter Neumann.

Mit strukturellen, prozessualen und personellen Maßnahmen habe man in den vergangenen Monaten bereits erste Voraussetzungen dafür geschaffen, das Unternehmen im Wettbewerb wieder besser aufzustellen, betonte Siebert: „Doch mit Schnellkorrekturen ist es mittel- und langfristig nicht getan.“ Noch im Mai werde er deshalb darüber hinaus ein systematisches, konzernweites Optimierungsprogramm vorstellen. Im Fokus des Programms werde die Förderung der Leistung und Qualität im Unternehmen stehen.

Siebert: „Das Ziel dabei ist klar: Wir wollen das Unternehmen etappenweise in einen integrierten Gesundheitskonzern umbauen, in dem Wissen, Kompetenzen, Technologien und Verfahren in einem ungleich stärkeren Maße als bisher und vor allen Dingen künftig systematisch ausgetauscht und eng miteinander vernetzt werden.“ Hierbei werde das Universitätsklinikum Gießen und Marburg in neuer Stärke als „medizinisch-technologisches Drehkreuz“ für alle Verbundkliniken eine noch wichtigere Rolle spielen.

Für das Jahr 2013 prognostiziert der Rhön-Vorstand Umsätze in Höhe von 3,03 Milliarden Euro. Der Konzerngewinn soll auf 110 Millionen Euro steigen. © JF/aerzteblatt.de

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