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Medizin

Selbstdiagnostik von Migränepatienten scheitert meist

Freitag, 26. April 2013

dpa

Winston-Salem – Viele Migränepatienten ordnen ihre Migräneanfälle aus der Selbst­beobachtung heraus bestimmten Auslösern zu und versuchen, diese zu vermeiden. Ein solches Vorgehen ist aber nicht erfolgversprechend. Das berichten Timothy Houle und Dana Turner von der anästhesiologischen Abteilung des Wake Forest Baptist Medical Center im Journal Headache (doi: 10.1111/head.12075).

In ihrer anderen Untersuchung untersuchten Houle und Turner den Einfluss von drei Faktoren, die Patienten häufig als Migränetrigger ansehen, nämlich Wetterbedingungen, Ovarialhormonspiegel und Stress. Die Studienteilnehmer führten täglich Tagebuch, füllten den Daily Stress Inventory aus und sammelten Morgenurin zur Messung der Hormonspiegel. Das Wetter der vergangenen vier Jahre untersuchten die Wissen­schaftler anhand von Daten einer lokalen Wetterstation.

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Beim Wetter zeigten sich im Median 2,3 ähnliche Tage jedes Jahr, bei den Ovarial­hormonspiegeln zwei ähnliche Tage pro Monat (95 Prozent Konfidenzintervall 1,2 bis 2,9) und hinsichtlich Stress 1,5 ähnliche Tage pro Monat (95 Prozent Konfidenzintervall 1,9 bis 2,2).

Die tägliche Variabilität nur dieser drei Kopfschmerztrigger ist laut der Arbeitsgruppe also schon so erheblich, dass zwei natürlich ähnliche Tage nur etwa alle zwei Jahre vorkommen. Die Einschätzung einer anderen möglichen Migräneursache, zum Beispiel Weintrinken versus keinen Wein trinken, können Patienten laut den Forschern daher nicht valide treffen, weil immer auch Variationen der obigen drei Faktoren ursächlich sein könnten – oder viele weitere Einflüsse, die in die Selbstbeobachtung der Patienten nicht eingehen.

„Die Vielfalt und Fluktuation möglicher Migränetrigger macht stichhaltige Schluss­folgerungen nur aus der natürlichen Beobachtung heraus nahezu unmöglich“, meinen die Forscher. Sie folgern, dass Patienten, Behandler und Wissenschaftler in Hinsicht auf Migräneauslöser natürliche Experimente vermeiden sollten. Sinnvoller seien formale Untersuchungsdesigns, so die Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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