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Kritik an Schließung der Universitätsmedizin Halle

Freitag, 26. April 2013

Uniklinik Halle

Berlin – Die von der Landesregierung Sachsen Anhalt angedachte Schließung der Universitätsklinik Halle hat aus Sicht des Verbands der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) weitreichende Folgen für die ärztliche Versorgung des Landes. Sie sei eine Folge grundlegend falscher politischer Weichenstellungen in der Finanzierung der Hoch­schulmedizin.

„Die Hochschulmedizin in Halle ist ein Opfer des extremen Finanzierungsdrucks, unter dem die Universitätsmedizin im Moment steht“, sagte Michael Albrecht, Erster Vor­sitzender des (VUD). Nicht nur in Sachsen-Anhalt gäbe es zunehmend Schwierigkeiten, die Finanzierung der Universitätsmedizin aufrecht zu erhalten. Auch in anderen Ländern lägen die Investitionszuschüsse seit Jahren weit unter dem Bedarf. Gleiches gilt dem Verband zufolge für die Grundfinanzierung der Medizinfakultäten.

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Entsprechend sei weder für die Krankenhausgebäude, die Ausbildung der zukünftigen Ärzte noch die Forschung an medizinischen Innovationen genug Geld da. „Der Bund muss mehr Mitverantwortung für die Finanzierung der Hochschulmedizin übernehmen“, erklärte Heyo Kroemer, Präsident des Medizinischen Fakultätentags (MFT).

Das gelte insbesondere für Zusatzbelastungen, die sich daraus ergeben, dass die Universitäts­medizin besondere Aufgaben für das deutsche Gesundheitswesen wahrnimmt. Dazu gehöre etwa die Versorgung Schwerstkranker, die Einführung von neuen Diagnose- und Behandlungsmethoden und die Vorhaltung hochspezialisierter Zentren, etwa für Seltene Erkrankungen.

Eigene Finanzierungssäule für Sonderaufgaben notwendig
Dazu Albrecht: „Für diese Sonderaufgaben, die für die Hochschulmedizin mit besonderen Lasten verbunden sind, braucht es eine neue, eigenständige Finanzierungssäule, gespeist durch den Bund und durch die Krankenkassen. Hier sind Wissenschafts- und Ge­sund­heits­mi­nis­terien gemeinsam gefordert.“

Laut Berichten der Mitteldeutschen Zeitung hatte das Finanzministerium angeregt, das Universitätskrankenhaus in Halle zu schließen, da sich das steuerschwache Land nicht zwei medizinische Fakultäten und Universitätskliniken leisten könne. Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt hält die Argumentation des Landes, dass zwei Fakultäten nicht erforderlich seien, nicht zuletzt aufgrund des zunehmenden Ärztemangels für kurzsichtig. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #1976
barabasch-riedel
am Montag, 29. April 2013, 12:51

Medizinische UniKlinik Halle "getötet"

"Ja geht's noch?" frägt der Vor-Kommentator. Ja, es geht, Herr Schneider - Sie lesen's doch! Und wieder das ur-alte Problem, dass die Ärzteschaft nicht in der Lage ist, einzusehen und zu akzeptieren, dass "Politik" - im mindesten Fall - kein Helfersyndrom hat und im schlimmsten Fall (wie hier) keine Etrhik, keine Moral, keine Verantwortung, keine Empathie, kein Einsehen und somit auch kein Verständnis und sonst noch andere so "g'scheite" Wesenszüge, wie sie im Ärztstand zu mindestens 95 % üblich sind und auch Arbeitsgrundlage. Keiner wird solche Qualität "der Politik" beibringen, weil die nämlich nichts beigebracht haben will! und das eben schon gar nicht. Die Politik versteckt sich immer hinter ihrer Anonymität, einer Statistik, einer derart begründeten "Nicht-Machbarkeit", ihrer Seelenlosigkeit schlichtweg. Und "bei Bedarf" wird eine Person ausgeguckt, die dann als Bauernopfer herhalten muss. DIe Ärzteschaft muss so lange daran leiden, bis sie endlich kapiert hat, dass "die Politik IMMER macht, was sie will, nicht das, was Ärzt-Innen für Not wendend halten. (Und für die "besonderen Fälle" gibt es dann die Knute gegen die wenigen schwarzen Schafe unter den Ärzten),
meint
Richard Barabasch, Pommersfelden
Avatar #34019
Schneider-Coburg
am Freitag, 26. April 2013, 20:04

Schließung der Uniklinik Halle ?!? Ja, geht's noch !?

Abgesehen von den finanzpolitischen Erwägungen, wo bleibt das historische Bewußtsein ? Universitäre Medizin in Halle hat eine jahrhundertealte Tradition, die Uniklinik Magdeburg dagegen ist gerade mal knapp über 20 Jahre alt! Die können verschmerzt werden!
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