Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Gendiagnostik: Lebensschützer fordern strengere Regeln

Donnerstag, 2. Mai 2013

Köln – Lebensschützer haben strengere Regeln für Gendiagnostik-Tests in Deutschland gefordert. Die Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) und die Christdemokraten für das Leben (CDL) appellierten heute an den Bundestag, bei der zu erwartenden Novellierung des Gendiagnostikgesetzes nur solche Gentests zuzulassen, bei denen nach Krank­heiten gefahndet wird, für die es auch eine Therapie gibt.

„Es gibt kein Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch“, sagte die ALfA-Bundes­vor­sitzende Claudia Kaminski in Köln. Die am Dienstag vorgelegte Stellungnahme des Deutschen Ethikrates zur Gendiagnostik lege eindrucksvoll dar, wie gering bei den vorhandenen und in der Entwicklung befindlichen Verfahren die Aussichten auf fehlerfreie Diagnose seien. Stattdessen sei die Gefahr falscher Ergebnisse hoch. Das gelte insbesondere im Bereich der vorgeburtlichen Diagnostik. Dort seien die Diagnosen jedoch oft ausschlaggebend dafür, ob Eltern eine Abtreibung erwägen.

Die CDL-Bundesvorsitzende Mechthild Löhr erklärte, die systematisch betriebene Gendiagnostik münde „unweigerlich in eine positive oder negative Bewertung von Erbanlagen“. Die inzwischen über einfache Bluttests mögliche Gendiagnostik werde das Zusammenleben der Menschen tiefgehend verändern. Der Embryo werde zum Produkt, das nach den Kategorien krank oder risikobehaftet selektiert werden dürfe. Auch individuelle Krankheitsrisiken bereits Geborener könnten ohne Kontrolle als Leistung angeboten, verkauft und gespeichert werden.

„Eine Blutprobe genügt, die Rechnerkapazitäten ermöglichen bald das Genscreening breiter Bevölkerungsgruppen, sei es nur zu Studienzwecken oder zur individuellen oder staatlichen Gesundheitsplanung“, so Löhr. Es drohe eine Einteilung von Menschen in unterschiedliche gesundheitliche Risikogruppen; das könnte zu einer gefährlichen Diskriminierung führen. © kna/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

w.strecker
am Freitag, 3. Mai 2013, 14:42

Schwer behinderte Kinder

Es ist schwer zu vermitteln, daß es eine gute Tat ist, die Zahl der höhergradig behinderten Kinder zu erhöhen.
Dies gilt insbesondere gegenüber den betroffenen Kindern selbst.

Nachrichten zum Thema

17.08.17
Früherkennung: DNA-Bluttest erkennt Darm-, Brust-, Lungen- und Eierstockkrebs
Baltimore – Ein experimenteller Bluttest auf zellfreie Tumor-DNA im Blut, der einzelne Genabschnitte bis zu 30.000-fach sequenziert, hat in einer Pilotstudie in Science Translational Medicine (2017;......
29.06.17
Geneditierung verbessert Symptome von Chorea Huntington im Mausmodell
Atlanta – Genetische Modifikationen mit Hilfe einer molekularen Schere haben im Mausmodell eine Behandlung von Chorea Huntington ermöglicht. Die Wissenschaftler um Xiao-Jiang Li an der Emory......
08.05.17
Bisphosphonate: Mutation erhöht Risiko auf atypische Femurfraktur
Barcelona – Ein Genfehler, der den Knochenstoffwechsel stört, erhöht das Risiko, unter einer Behandlung mit Bisphosphonaten eine atypische Femurfraktur zu erleiden. Dies zeigen die Ergebnisse einer......
26.04.17
Protest gegen erweiterte polizeiliche Befugnisse in der DNA-Analyse
Berlin – Wissenschaftler, Ärzte und Bürgerrechtsorganisationen protestieren gegen Pläne der Politik, erweiterte DNA-Analysen in der Forensik in Deutschland gesetzlich möglich zu machen. An dem Protest......
24.04.17
Kardiologie: Was Gentests leisten können
Mannheim/Münster – Genanalysen können bei seltenen kardiologischen Störungen neue Therapiemöglichkeiten eröffnen, berichten Experten auf der 83. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie......
04.04.17
Bedingungen für personalisierte Medizin verbesserungswürdig
Berlin – Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiierte Forum Gesundheitsforschung empfiehlt eine deutschlandweite strategisch geplante Infrastruktur für die......
30.03.17
Pro und Contra: Analyse von DNA-Bereichen zur Erstellung eines Täterprofils
Berlin – Ein Gesetzentwurf des Landes Baden-Württemberg zur Erweiterung des Umfangs der Untersuchungen von DNA-fähigem Material in Strafverfahren liegt dem Bundesrat vor. Demnach soll die......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige