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Ausland

Bill Gates besorgt über Angriffe auf Polio-Impfteams

Freitag, 3. Mai 2013

Bill Gates dpa

Washington – Der Kampf gegen Kinderlähmung ist aus Sicht des Microsoftgründers und US-Milliardärs Bill Gates gefährlicher geworden. „Bis vor sechs Monaten gab es kaum Angriffe auf Impfhelfer. Mittlerweile sind die Angriffe auf das Programm jedoch heftiger als je zuvor“, sagte der Milliardär in einem Interview mit dem heute veröffentlichten Wissenschaftsmagazin Science. Zudem gebe es in den Ländern, in denen die Impfungen durchgeführt werden, üble Gerüchte über die Kampagnen. Die Akzeptanz der Impfung in der Bevölkerung sei für den Erfolg der Initiative die „größte Herausforderung“, sagte Gates.

Widerstand gegen Impfungen gibt es in mehreren islamisch geprägten Ländern wie Pakistan und Nigeria. Pakistanische Taliban bekämpfen die Impfungen, weil sie dahinter Spionage vermuten. Auch Gerüchte, bei den Impfungen würden Muslime sterilisiert, haben den Kampf gegen das gefährliche Virus behindert. Der US-Geheimdienst CIA hatte im Jahr 2011 einen Impfeinsatz vorgetäuscht, damit sich dessen Mitarbeiter in Abbottabad dem dort lebenden Al-Qaida-Gründer Osama Bin Laden nähern konnten.

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Nichtsdestotrotz werde er das Ziel einer vollständigen Ausrottung der Krankheit weiter verfolgen, so Gates. Es gebe bei Polio nur zwei Optionen, entweder man gebe auf und lasse die Krankheit sich weiter ausbreiten oder man kämpfe weiter. „Dann braucht man gar keine Kampagnen oder Routineimpfungen mehr und man spart zig Milliarden Dollar“, sagte Gates. Letztendlich sei das die beste und einzige Lösung. Der Polio-Erreger ist weiterhin in Afghanistan, Nigeria und Pakistan endemisch. In einigen anderen Ländern gab es in den vergangenen Jahren Infektionsfälle, da das Virus eingeschleppt wurde.

Gemeinsam mit seiner Frau Melinda hat Gates 1994 die Bill und Melinda Gates Stiftung gegründet. Diese unterstützt seither mit Milliardensummen weltweit unter anderem die Ausrottung der Kinderlähmung. Zuletzt sagten die beiden eine weitere Summe von 1,8 Milliarden Dollar (rund 1,3 Milliarden Euro) zu als Teil eines Sechsjahresplan mit einem Fördervolumen von 5,5 Milliarden Dollar (rund 4,1 Milliarden Euro). © kna/aerzteblatt.de

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