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Medizin

Feinstaub beschleunigt Atherosklerose

Freitag, 3. Mai 2013

dpa

Seattle – Je mehr Feinstaub sich in der Luft befindet, desto schneller schreitet die Verkalkung der Blutgefäße voran. Dies zeigen die Ergebnisse einer prospektiven Beobachtungsstudie in PloS Medicine (2013; 10: e1001430), die die Intima-Media-Dicke der Halsschlagader mit Schadstoffmessungen in der Luft in Beziehung setzte.

An der Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis and Air Pollution (MESA Air Pollution) beteiligten sich fast 7000 Personen im Alter von 45 bis 84 Jahren aus sechs US-Groß­städten, in denen die Feinstaubkonzentration (PM2,5) häufig über den Grenzwerten liegt. Bei den meisten Probanden wurden in den Jahren 2000 und 2005 zwei Ultra­schalluntersuchungen der Halsschlagader durchgeführt, bei denen die Intima-Media-Dicke gemessen wurde. Sie gilt als ein guter Maßstab für die Atherosklerose, der wesentlichen Ursache für die meisten Herzkreislauferkrankungen vom Myokardinfarkt bis zum Schlaganfall.

Wie Sara Adar von der Universität von Washington in Seattle berichtet, betrug die durchschnittliche Intima-Media-Dicke 678 Mikrometer (µm). Sie nahm pro Jahr um 14 µm zu. Daran hatte der Feinstaubgehalt der Luft einen nicht unwesentlichen Einfluss. Jeder Anstieg der PM2,5 um 2,5 µg/m3 in der Luft ging im Durchschnitt mit einer Zunahme der Intima-Media-Dicke um 5,0 µm pro Jahr einher. In den Städten, in denen die Feinstaubkonzentration gesunken war, kam es zu einer Verlangsamung in der Zunahme der Intima-Media-Dicke um 2,8 µm pro Jahr pro 2,5 µg/m3 PM2,5. 


Über die Jahre leistet der Feinstaub in der Luft einen nicht unbeträchtlichen Beitrag zur Atherosklerose. Die MESA Air Pollution liefert damit eine plausible Erklärung für die Befunde epidemiologischer Studien, in denen die Feinstaubbelastungen mit der Inzidenz von Herzkreislauferkrankungen korrelierte: Jede Zunahme der PM2,5-Konzentration um 2,5 µg/m3 könnte bespielsweise die Schlaganfallrate um 2 Prozent steigern.

Zu ähnlichen Ergebnissen wie die MESA Air Pollution Study war vor einigen Jahren die Nixdorf Recall Study in Deutschland gekommen. Dort war der Anstieg der PM2,5-Konzentration oder auch die Entfernung von der nächsten viel befahrenen Straße ebenfalls mit einer Zunahme der Intima-Media-Dicke assoziiert. Feinstaub entsteht bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern in Kraftfahrzeugen, Heizungen und Kraftwerken. © rme/aerzteblatt.de

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