NewsVermischtesHebammen werben für natürliche Geburt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Hebammen werben für natürliche Geburt

Montag, 6. Mai 2013

Nürnberg – Der Deutsche Hebammenverband wirbt für natürliche Geburten und will damit den hohen Anteil an Kaiserschnitten senken. Schließlich sei der Eingriff mit gravierenden gesundheitlichen Risiken verbunden, auch die Bindung zwischen Mutter und Kind werde erschwert, erläuterte Präsidentin Martina Klenk in Nürnberg.

Sie plädiert dafür, Schwangerschaft und Geburt wieder als etwas Natürliches und Normales anzusehen. Weil inzwischen rund ein Drittel der Frauen in Deutschland ihr Kind per Kaiserschnitt bekommt, steht der seit heute in Nürnberg stattfindende Jahreskongress des Hebammenverbandes unter dem Motto „Das Normale ist etwas ganz Besonderes“.

„Das Problem ist der Blick auf die Schwangerschaft als ein risikobehaftetes Ereignis“, erläuterte Klenk. Ärzte etwa achteten vor allem auf mögliche Gefahren. „Viele Frauen bekommen dadurch Angst und verlieren das Vertrauen in ihre Körperkompetenz.“ Hebammen hingegen setzten bei den Ressourcen der Schwangeren an und konzentrierten sich auf deren Kompetenzen. Denn nur etwa 15 der zuletzt 33 Prozent der Kaiserschnitte seien medizinisch notwendig, schilderte Klenk.

Anzeige

„Eine normale Geburt ist ein sehr störungsanfälliger Prozess. Das braucht Ruhe, einen Rückzugsraum, eine verlässliche Begleitperson, es braucht vor allem Zeit. Aber gerade das ist ein Faktor, den wir besonders im klinischen Umfeld nicht mehr haben.“ So werde bei fast einem Viertel der Frauen, bei denen sich die Ärzte erst während der Geburt zu einem Kaiserschnitt entschieden, der Eingriff mit einer verzögerten Eröffnungsphase begründet. Im Klartext: „Das dauert schlicht zu lange.“

Diese Denkweise zeigt sich laut Klenk auch an der steigenden Zahl der medizinischen Eingriffe im Kreißsaal, mit denen der Natur auf die Sprünge geholfen werden soll. Zudem führe das Vergütungssystem im Krankenhaus zu falschen Anreizen – für einen Kaiserschnitt etwa gebe es 1.000 Euro mehr als für eine natürliche Geburt. „Die Öko­nomi­sierung des Gesundheitswesens spielt da schon auch eine Rolle“, kritisierte Klenk. So gebe es Geburtsstationen, die sich erst ab einer bestimmten Anzahl an Kaiserschnitten finanziell trügen. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #113189
TheFallopianTube
am Dienstag, 7. Mai 2013, 11:48

Was weben die Hebammen?!?

Interessant wäre, was die Hebammen weben?!? Strampler für die Neugeborenen? ;-)
Nix für ungut, ein dankbarer Neugeborener...

Da hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen..herzlichen Dank für den Hinweis! Redaktion Deutsches Ärzteblatt
LNS

Nachrichten zum Thema

16. Januar 2020
London – Der Verlust eines Kindes belastet viele Frauen auch dann, wenn er in der frühen Schwangerschaft erfolgt. In einer prospektiven Kohortenstudie im American Journal of Obstetrics and Gynecology
PTBS und Depressionen nach früher Fehlgeburt häufig
14. Januar 2020
Rehovot – Mithilfe von Daten aus elektronischen Gesundheitsakten hat ein Forscherteam aus Israel ein Screening zur Früherkennung von Schwangerschaftsdiabetes (GDM) entwickelt. Diese könnte dazu
Schwangerschaftsdiabetes mit Patientendaten vorhersagen
7. Januar 2020
Stuttgart – Der „Runde Tisch Geburtshilfe“ in Baden-Württemberg hat die Erprobung lokaler Gesundheitszentren beschlossen, in denen unterschiedliche Professionen und Fachgebiete bei der Geburtshilfe
Baden-Württemberg erprobt neue Wege zur Förderung der Geburtshilfe
7. Januar 2020
Dresden/Leipzig – Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) war im vergangenen Jahr die geburtenstärkste Klinik in Sachsen. Die Geburtsmediziner am UKL betreuten 2019 insgesamt 2.671 Entbindungen,
Zahl der Geburten in den Unikliniken Dresden und Leipzig auf hohem Niveau stabil
20. Dezember 2019
Rostock – Der Rektor der Universität Rostock, Wolfgang Schareck, hat den Beschluss des Fakultätsrats der Universitätsmedizin Rostock zum möglichen Standort der Frauenklinik, Geburtshilfe und des
Rostocks Unirektor sieht Irritationen nach Beschluss zu Frauenklinik
19. Dezember 2019
Research Triangle Park/North Carolina – Das „National Toxicology Program“, das für das US-Ge­sund­heits­mi­nis­terium Risikobewertungen durchführt, kommt in einem 111-seitigen Report zu dem Schluss, dass
Report: Luftverschmutzung erhöht Risiko auf Gestationshypertonie
10. Dezember 2019
Schwerin – Die Schließung der Geburtenstation in Crivitz bei Schwerin sorgt für Bürgerproteste und Streit innerhalb der SPD/CDU-Koalition. „Auch ich bin von der Entscheidung überrascht worden und ich
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER