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Neue Techniken verkürzen die Strahlentherapie bei Brustkrebs

Dienstag, 7. Mai 2013

Berlin – Neue technische Verfahren machen es möglich, die Strahlentherapie bei Brust­krebs von bisher bis zu acht Wochen auf etwa vier bis fünf Wochen zu verkürzen. Die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) hat jetzt mitgeteilt, dass diese Verfahren sicher und zu empfehlen sind.

Die Strahlenmediziner behandeln zunächst immer die ganze Brust – etwa 25 bis 28 Mal. „Diese Fraktionierung, also die Aufteilung der Bestrahlung, ist notwendig, um dauerhafte Strahlenreaktionen im normalen Gewebe zu minimieren“, erläutert der DEGRO-Präsident Jürgen Dunst, Direktor der Klinik für Strahlentherapie an der Universität Lübeck. Im Anschluss an die fraktionierte Therapie erhalten die Patientinnen noch einen soge­nannten Boost, eine Dosisergänzung, meistens fünf bis acht zusätzliche Bestrahlungen auf das Tumorbett.

Dabei wird ausschließlich die Stelle bestrahlt, an der sich der Tumor vor der Operation befand. „Dort ist die Konzentration von Tumorzellen, die bei der Operation nicht entfernt wurden, erfahrungsgemäß am höchsten“, so Dunst. An manchen Zentren werde dieser Boost bereits während der Operation als intraoperative Strahlentherapie verabreicht und führt solcherart ebenfalls bereits zu einer Verkürzung der Gesamtbehandlungszeit. Im Allgemeinen seien aber zurzeit nach einer Brustkrebsoperation etwa 30 bis 35 Bestrah­lungen üblich.

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Strahlentherapie bei Mammakarzinom: Alternativen bei der Bestrahlung

Auf eine brusterhaltende Operation folgt im Allgemeinen die adjuvante Bestrahlung. Wird die Strahlendosis konventionell fraktioniert, dauert die Therapie inklusive Boosts sieben Wochen. Neue Fraktionierungskonzepte verkürzen die Therapie, ohne dass mit mehr Spätschäden am gesunden Gewebe zu rechnen ist.

Nach Empfehlung der DEGRO und der österreichischen Fachgesellschaft ÖGRO kommen aber im Augenblick zwei Verfahren zur Verkürzung der Strahlentherapie infrage, nämlich der simultan integrierte Boost (SIB) oder eine sogenannte Hypofraktionierung. „Beim SIB wird die zusätzliche Bestrahlung des Operationsgebietes, die bisher erst nach der Strahlentherapie der ganzen Brust erfolgte, bereits auf die einzelnen Termine bei der Strahlenbehandlung der ganzen Brust verteilt“, erläutert Rolf Sauer, Vorsitzender der DEGRO-Organgruppe Mammakarzinom aus Erlangen. Bei der Hypofraktionierung erfolge die Bestrahlung der Brust jeweils mit einer etwas höheren Dosis pro Tag, der Boost werde, wie bisher, danach bestrahlt.

Technisch möglich ist laut der DEGRO auch eine Kombination aus SIB und Hypofrak­tionierung. Das könnte die Behandlungszeit auf etwa drei Wochen reduzieren. Noch sei aber nicht abschließend geklärt, ob diese Kombination nicht doch stärkere Strahlen­spätreaktionen auslösen könne. Die Verkürzung der Therapiezeit um etwa zwei Wochen von bisher sieben auf fünf Wochen sei aber bereits jetzt zu empfehlen. © hil/aerzteblatt.de

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