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Medizin

Kinderonkologen wollen mehr über Komplementärmedizin lernen

Dienstag, 7. Mai 2013

Witten/Herdecke – Die Mehrheit der Kinderkrebsspezialisten in Deutschland wünscht sich eine bessere Ausbildung über medizinische Methoden und Heilmittel außerhalb der Schulmedizin. Das berichten Mediziner und Wissenschaftler des Gemeinschafts­kranken­hauses Herdecke und der Universität Witten/Herdecke nach einer Umfrage unter Kinderonkologen im Magazin Complementary Therapies in Medicine (doi:10.1016/j.ctim.2012.02.006).

Von 175 Befragten glaubt die Mehrzahl, dass es wichtig ist, offen mit den Eltern von krebskranken Kindern über Komplementär- und Alternativmedizin zu sprechen. Weniger als die Hälfte der Kinderonkologen tue dies letztlich. Der Grund für diesen Widerspruch liege darin, dass fast die Hälfte der Antwortenden (48 Prozent) während der Universitäts­ausbildung zu wenig über Komplementär- und Alternativmedizin gelernt habe.

85 Prozent der Kinderonkologen sprechen sich für eine bessere Aus- und Fortbildung zum Thema Komplementär- und Alternativmedizin aus, um Wissenslücken zu schließen. Kenntnisse darüber haben laut der Studie vor allem jüngere Ärzte oder solche, die in kleineren nicht-universitären Kliniken arbeiten.

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„Wir konnten eine grundsätzliche Offenheit von Kinderonkologen gegenüber Komple­mentär- und Alternativmedizin feststellen“, sagt Studienautor Alfred Längler vom Kinderonkologischen Zentrum im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke. Vor allem mit Methoden wie Massagen oder Yoga könne man laut Meinung der Studienteilnehmer die Lebensqualität bei krebskranken Kindern steigern.

Skeptisch sahen die Teilnehmer den Einsatz von speziellen Diäten und Vitaminen. Weil Kinderonkologen vor möglicher Interaktionen mit konventionellen Behandlungs­maßnahmen (76 Prozent der Befragten), zusätzlichen Kosten für die Patienten (75 Prozent) und fehlenden Kenntnissen von Ärzten Sorge hätten, würden sie bei der Behandlung ihrer Patienten im Augenblick nicht stärker auf Komplementär- und Alternativmedizin zurückgreifen. © hil/aerzteblatt.de

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