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Medizin

Agent Orange: Mehr aggressive Prostatakarzinome unter Vietnam-Veteranen

Montag, 13. Mai 2013

dpa

Portland – Das Entlaubungsmittel Agent Orange, das die US-Armee im Vietnamkrieg großflächig zur Enttarnung von Unterschlupfen der Gegner eingesetzt hat, scheint noch Jahrzehnte später nachzuwirken. Nach einer Studie in Cancer (Online) erkranken exponierte US-Kriegsveteranen heute häufiger am Prostatakarzinom, das dann oft einen aggressiven Verlauf nimmt.

Agent Orange, von dem die US-Armee im Vietnamkrieg 76 Millionen Liter versprüht haben soll, enthielt, wie sich später herausstellte, nicht nur die bestellten Herbizide „2,4,5-T“ und „2,4-D“, sondern auch „2,3,7,8-TCDD“, besser bekannt als Dioxin. Die Folgen für die einheimische Bevölkerung waren katastrophal. Das Rote Kreuz schätzte im vergangenen Jahr, dass noch heute etwa eine Million Vietnamesen unter Spätfolgen der Dioxinvergiftungen leiden. Die US-Soldaten wurden sicherlich in geringerem Maße exponiert, doch schon seit einiger Zeit wird beobachtet, dass die Rate von Krebs und anderen Erkrankungen erhöht ist.

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Inzwischen haben die Veteranen ein höheres Alter erreicht, in dem die Inzidenz von Prostatakrebs steigt. Laut den Recherchen von Mark Garzotto von der Oregon Health & Science University in Portland wurde bei jedem dritten US-Vietnam-Veteranen ein Prostatakarzinom diagnostiziert. Bei den mit Agent Orange exponierten Soldaten ist die Rate um 52 Prozent höher als bei den nicht-exponierten Veteranen.

Bei den sogenannten High-grade-Tumoren war die Rate um 75 Prozent erhöht. Tumore mit der höchsten Aggressivität treten sogar doppelt so häufig auf wie bei nicht-expo­nierten Ex-Soldaten. Da diese Tumore nur in einem sehr frühen Stadium geheilt werden können, rät Garzotto den betroffenen Veteranen am Screening teilzunehmen. © rme/aerzteblatt.de

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