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Angelina Jolie: Vorsorgliche bilaterale Mastektomie

Dienstag, 14. Mai 2013

Angelina Jolie /dpa

New York/Berlin – US-Schauspielerin Angelina Jolie (37) hat sich aus Angst vor einem Mammakarzinom beide Brustdrüsen amputieren lassen. Das schreibt der Hollywood-Star in einem Beitrag für die New York Times vom Dienstag. Sie trage einen Gendefekt in sich und sei deshalb anfällig für eine Krebserkrankung. Jolies Mutter war bereits mit 56 Jahren an den Folgen von Brustkrebs gestorben.

Etwa fünf bis zehn Prozent aller Mammakarzinome sind auf erbliche Faktoren zurück­zuführen. Wesentliche Kennzeichen sind eine Häufung von Erkrankten in der Familie, ein frühes Erkrankungsalter sowie Zweittumoren sowohl der Brust als auch der Eierstöcke. Bisher sind zwei Gene (BRCA1 und BRCA2) bekannt, deren Mutationen für die Ent­stehung des familiären Mamma- und Ovarialkarzinoms verantwortlich sind.

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Da eine Frau mit einer BRCA1- oder BRCA2-Mutation im Laufe ihres Lebens mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 bis 80 Prozent an Brustkrebs und mit einer Wahrscheinlichkeit von 20 bis 50 Prozent an Eierstockkrebs erkrankt (Quelle: Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs der Uniklinik Köln), sind präventive Maßnahmen ganz wesentlich und werden an spezialisierten Zentren durchgeführt.

„Meine Ärzte vermuteten, dass bei mir das Risiko für Brustkrebs bei 87 Prozent und Eierstockkrebs bei 50 Prozent liegt, auch wenn das Risiko von Frau zu Frau unter­schiedlich ist“, erklärt Jolie. „Als ich mich der Realität stellte, habe ich entschieden, proaktiv zu werden und das Risiko so gut es geht zu minimieren.“

In Deutschland werden betroffenen Frauen an 15 spezialisierten Zentren intensivierte Früherkennungsprogramme angeboten. Dazu gehört unter anderem die halbjährlich Tastuntersuchung der Brust durch einen Arzt, jährliche Ultraschalluntersuchungen, Kernspintomographie (25. bis 50. Lebensjahr) und Mammographie (ab dem 30. Lebensjahr jährlich). Als Präventionsmaßnahmen kommen auch die prophylaktische Entfernung des Brustdrüsengewebes oder der Eierstöcke in Betracht.

Einer solchen schwerwiegenden Entscheidung geht allerdings eine intensive Beratung voraus, die die Ratsuchende in die Lage versetzen soll, die für sie richtige Wahl zu treffen. Jolie hat sich danach für die bilaterale Mastektomie entschieden. „Wir wussten, dass es die richtige Entscheidung für unsere Familie ist.“ Durch die Amputation habe sie das Brustkrebsrisiko auf fünf Prozent gesenkt.

In dem Zeitungsartikel mit dem Titel „Meine medizinische Entscheidung“ berichtet Jolie ausführlich von den Prozeduren und Operationen über einen Zeitraum von drei Mona­ten. „Du wachst mit Kanülen und Expandern in deinen Brüsten auf. Das ist wie in einem Science-Fiction-Film“.

Nach dem letzten Eingriff Ende April habe sie ganz normal weiterarbeiten können. Sie wollte nun offen darüber sprechen, in der Hoffnung, damit anderen Frauen in dieser Situation zu helfen: „Heutzutage kannst du durch einen Bluttest herausfinden, ob du besonders anfällig für Brust- oder Eierstockkrebs bist und entsprechend handeln.“ © dpa/zyl/aerzteblatt.de

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