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Ärzteschaft

Kinder mit Migrations­hintergrund bewältigen Sprach- und Kulturunterschiede

Dienstag, 14. Mai 2013

dpa

Köln – Sprach- und Kulturunterschiede zwischen dem Elternhaus und der Gesellschaft bewältigen Kinder mit Migrationshintergrund „mühelos“. „Nachteilig auf ihre psychische Gesundheit wirken sich jedoch erlebte Ausländerdiskriminierung und schlechte wirtschaftliche Verhältnisse aus“. Das erläuterte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland (BVKJ), Wolfram Hartmann, auf dem 13. Politischen Forum für Gesundheits- und Sozialpolitik seines Verbandes in Köln. Die Veranstaltung stand unter dem Titel „Kinder sind uns willkommen. Alle! – Von der Sprache zum Verständnis“

„Die frühkindlichen Entwicklungsdefizite, insbesondere Sprachdefizite und Defizite der allgemeinen kognitiven Entwicklung, die wir bei Kindern mit Migrationshintergrund überdurchschnittlich häufig finden, haben nichts damit zu tun, dass die Kinder in zwei Welten und zwei Sprachen leben“, so Hartmann.

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Ursache sei vielmehr, dass in vielen Familien mit Migrationshintergrund Bildungsferne und Anregungsarmut herrsche, dass wirtschaftliche Sorgen und das Gefühl von Ausgrenzung das Klima in den Familien bestimmten. „Hier muss Hilfe ansetzen. Insbesondere wichtig ist eine frühe Sprachförderung“, so der BVKJ-Vorsitzende.

Kinder- und Jugendärzte hätten die Aufgabe, Eltern mit Migrationshintergrund zu überzeugen, ihre Kinder dabei zu unterstützen, sich rechtzeitig die deutsche Sprache anzueignen. Häufig begegneten Kinder- und Jugendärzte dabei misstrauischen Eltern. Die Beherrschung der Muttersprache erscheine ihnen vielfach zunächst wichtiger als das Erlernen der deutschen Sprache. „Hier können wir guten Gewissens klarstellen, dass das eine das andere nicht ausschließt. Die Sprache der Eltern und die deutsche Sprache können parallel erlernt werden“, so Hartmann.

Wichtig sei außerdem eine gute Förderung in den Kindertagesstätten. „Allerdings sind viele Kitas in Deutschland auf ihre Förderaufgabe nicht gut vorbereitet. Dies muss sich ebenfalls schnell ändern“, so der BVKJ-Vorsitzende. © hil/aerzteblatt.de

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