NewsPolitikIn Bayern werden Transplanta­tionszentren geschlossen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

In Bayern werden Transplanta­tionszentren geschlossen

Mittwoch, 15. Mai 2013

München – Das Leber­trans­plan­tations­pro­gramm am Klinikum rechts der Isar (TU München) wird geschlossen. Das teilten Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) und Ge­sund­heits­mi­nis­ter Marcel Huber (CSU) am Mittwoch auf einer Presse­konferenz in München mit. Dies ist eine der Konsequenzen, die die bayerische Landesregierung nach dem Bekanntwerden von bewussten Verstößen gegen Richtlinien zur Organtransplantation am Klinikum rechts der Isar zieht.

In den vergangenen Monaten war sowohl von Seiten der Politik, als auch der Ärzteschaft eine im Verhältnis zu den jährlichen Organtransplantationen hohe Dichte an Trans­plantationszentren als strukturelles Problem benannt worden: Zu viele Zentren könnten um Organe und Transplantationen konkurrieren.

Deshalb wird es in Bayern künftig nur noch drei Zentren für Lebertransplantationen geben: Das Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und die  Universitätskliniken Regensburg und Würzburg. Außer am Klinikum rechts der Isar wird auch das Leber­trans­plan­tations­pro­gramm in Erlangen geschlossen. Strukturell seien drei Lebertransplantationszentren in Bayern ausreichend, sowohl bezogen auf die Gesamtzahl von 160 Lebertransplantationen in Bayern pro Jahr, als auch bezogen auf die Fläche, hieß es bei der Pressekonferenz

Anzeige

Weitere Beratungen der Bundestagsfraktionen
Fast zeitgleich wurde bekannt, dass es eine parteiübergreifende Initiative im Deutschen Bundestag für weitere Maßnahmen gibt, die das Vertrauen in die Transplantations­medizin in Deutschland wiederherstellen und stärken sollen. Alle im Bundestag vertretenen Parteien werden dabei mit ihren Vorschlägen berücksichtigt.

Zur Diskussion steht unter anderem, ob die Richtlinien zur Organtransplantation nach § 16  Transplantationsgesetz, die die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) erarbeitet, künftig unter einen Genehmigungsvorbehalt durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gestellt werden sollen, bestätigte das BMG auf Anfrage. Mehr staatlicher Einfluss auf Richtlinien, aber auch auf Institutionen, die in die Spende und Allokation postmortaler Organe involviert sind wie die Deutsche Stiftung Organtranspantation – das waren Forderungen, die es schon vor der Novellierung des Transplantationsgesetzes im vergangenen Jahr gegeben hat und die nach Meinung eines Teils der Parlamentarier nicht konsequent genug im novellierten Gesetz verankert worden sind.

Die bekannt gewordenen bewussten Regelverstöße einiger Zentren haben diese Diskussionen nun wieder befeuert. Auch seit langem offene Fragen wie die einer Definition von Non-ET-Residents, also Transplantationskandidaten aus Ländern außerhalb des Eurotransplant-Verbundes (ET), wollen die Parlamentarier diskutieren. Ende der Woche träfen sich alle Bundestagsfraktionen, um einen Entwurf für weitere gesetzliche und außergesetzliche Maßnahmen im Bereich der Transplantationsmedizin abzustimmen, hieß es aus dem BMG. © nsi/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

7. Februar 2019
München – Es war ein Durchbruch – und eine Niederlage zugleich. Vor 50 Jahren gelang einem Team um den Münchner Arzt Rudolf Zenker die erste Herztransplantation in Deutschland. Die Operation sei
Erste Herztransplantation in Deutschland liegt 50 Jahre zurück
7. Dezember 2018
Frankfurt am Main – Die Staatsanwaltschaft Frankfurt beschäftigt sich mit dem Leber­trans­plan­tations­pro­gramm der Frankfurter Universitätsklinik. Hintergrund ist, dass die für die Prüfung der
Staatsanwaltschaft prüft Transplantationsprogramm der Universitätsklinik Frankfurt
6. Dezember 2018
Berlin – Ein positives und für die Zukunft optimistisch stimmendes Fazit zogen heute die für die Prüfung der Transplantationszentren in Deutschland zuständige Prüfungskommission und die
Prüfer sehen Struktur- und Kulturwandel bei Transplantationszentren
6. Dezember 2018
München – Einem Forscherteam aus Bayern ist möglicherweise ein Durchbruch in der Xenotransplantation gelungen. Paviane, deren Herz gegen das von Schweinen ausgetauscht wurde, überlebten länger als 6
Xenotransplantation: Schweineherzen schlagen sechs Monate in Pavianen
5. Dezember 2018
São Paulo – In Brasilien wurde das weltweit erste Baby nach einer Uterustransplantation geboren. Für Lateinamerika war es die erste Uterus-Transplantation überhaupt. Über die Fallstudie berichten die
Erstes Baby von einer transplantierten Gebärmutter einer verstorbenen Spenderin geboren
13. November 2018
Hannover – In niedersächsischen Krankenhäusern werden sich künftig Transplantationsbeauftragte um Organspender, Patienten und Angehörige kümmern. Der Landtag verabschiedete heute ein neues
Niedersachsens Krankenhäuser bekommen Transplantationsbeauftragte
13. November 2018
Karlsruhe – Der Bundesgerichtshof (BGH) muss eine vermutlich wegweisende Entscheidung für die Organspende in Deutschland treffen. In einem Verfahren ging es heute darum, unter welchen Voraussetzungen
LNS
NEWSLETTER